landkreis Mühldorf

ADFC löst sich auf

von Redaktion

Mühldorf – Die Geschäftsstelle schon lange geschlossen, keine Feierabendtouren mehr, keine Expertise bei Plänen für Radwege: Der ADFC stellt seine Arbeit ein. Der Grund: Es gibt keinen neuen Vorstand. Der Kreisverband des ADFC Mühldorf steht nicht allein, viele Vereine leiden unter den gleichen Symptomen: Nachwuchsmangel und die fehlenden Bereitschaft, längerfristig Verantwortung zu übernehmen. Deshalb haben die beiden Vorstände Werner Behrenz und Vincenz Gantenhammer jetzt die Konsequenzen gezogen und sich nach 25 und mehr Jahren bei der Jahreshauptversammlung nicht mehr zu Wahl gestellt. Damit bleibt der Verein ohne Vorstand. Bis Ende des Jahres führen Behrens und Gantenhammer den Kreisverband weiter, dann ist Schluss. 37 Frauen und Männer seien zur Jahreshauptversammlung gekommen, bei 274 Mitgliedern eine große Zahl, sagt Behrens. Und dennoch: „Junge Leute sind nur für Projekte zu gewinnen, niemand ist gewillt dauerhaft Verantwortung zu übernehmen.“ Das Durchschnittsalter liege bei 60 Jahren. Die Stadt verliert damit nicht nur einen sportlich orientierten Verein; sie verliert eine Stimme für Radfahrer. Wann immer es um Entscheidungen in Sachen Radlverkehr ging, saß der ADFC mit seiner Kompetenz und dem bundesweitem Netzwerk am Tisch. Zuletzt beriet der Verein die Tourismusregion bei der Beschilderung der Radlwege. Behrens sagt: „Es gibt keine ADFC-Stimme mehr im Landkreis.“ Behrens glaubt aus der Erfahrung der letzten Monate nicht, dass sich daran noch einmal etwas ändert. Als „Briefkastenfirma“ soll der Verein allerdings weiter bestehen. „Dann könnte man ihn ganz schnell reanimieren.“ Die Mitgliedschaft der einzelnen Frauen und Männer im ADFC endet damit aber nicht, da er überregional weiterbesteht. Einzelne, vor allem ältere Mitglieder, wollen auch weitere Aktivitäten anbieten. Das sagte gestern Walter Diesinger. Dazu gehören Touren und ein Mittwochstreff im Café. hon

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