Mühldorf – Der Kontrabass ist ein Instrument der Superlativen. Unter den Streichern ist er der Größte, seine schwingende Saitenlänge beträgt über einen Meter, er produziert die tiefsten Töne. Ohne den Kontrabass kann ein Orchester einpacken: Es käme zwar ohne Dirigenten aus, nicht aber ohne den Kontrabass. Er ist im Gesamtklang durch kein anderes Instrument zu ersetzen, ist wie ein akustisches Fundament, ein Teppich, ist nicht nur sicht- und hörbar, sondern auch spürbar. Und das, ohne dass man ihn berührt. Seine tiefen Tönen erzeugen Vibrationen, die den Hörer tief im Innersten berühren, seine Emotionen zum Schwingen bringen. In Mühldorf erfährt das vielfältige, formschöne Instrument einmal im Jahr genau die Zuwendung, die ihm gebührt. Zum vierten Mal finden vom 28. bis 30. Oktober die Bayerischen Basstage statt, eine bundesweit einzigartige musikalische Veranstaltung. Und zugleich eine Chance für Alle – ob Profispieler oder Laie, Fortgeschrittener oder Anfänger. Jeder kann an diesen drei Tagen mit Kontrabass oder E-Bass auf Tuchfühlung gehen. Mit der Konzertreihe „Masters of Bass“ am Samstag, 28. Oktober, um 20 Uhr, im Haberkasten rollt die Mühldorfer Basswelle los. Die insgesamt fünfzig Bässe – gespielt von Teilnehmern und Dozenten – werden zu Konzertbeginn als „Bavarian Big Bass Ensemble“ die Bühne füllen und den Saal erzittern lassen. Danach übernehmen drei hochkarätige Bassisten in aufregenden Formationen das Kommando: Hagai Bilitzky aus Israel wird von dem Traunreuter Pianisten Thomas Hartmann begleitet, Henning Sieverts tritt mit Christian Elsässer (Piano) und mit Matthias Gmelin (Schlagzeug) auf und Markus Setzer setzt mit Sängerin Sabine Reimer ebenfalls Akzente mit seinem E-Bass. In den folgenden zwei Tagen locken attraktive Kursangebote und Workshops in Einzel- und Gruppenunterricht. Claus Freudenstein, einer der Chefs der International Society of Bassists, Künstlerischer Leiter und Organisator der Bayerischen Basstagen, bis in die Haarwurzeln Kontrabass-Fanatiker und international gefragter Musiker, ist es auch heuer wieder gelungen Kontrabass-Größen unterschiedlicher Nationalitäten nach Mühldorf zu holen. Ganz im Sinne der Musik, der Sprache, für die es keine Übersetzung braucht, werden Brücken geschlagen, Grenzen überschritten, Kontakte geknüpft – und vor allem wird leidenschaftlich miteinander musiziert. Dabei spielt das Alter, die Herkunft, das Musikgenre oder der Ausbildungsstand eine untergeordnete Rolle. Neben intensivem Einzelunterricht zur individuellen Förderung der Teilnehmer, wird auch Gruppenunterricht, sowohl im Ensemblespiel als auch in Workshops und Masterclasses, angeboten. Auch Kinder ab fünf Jahren sind in Einzel- und Gruppenunterricht gerne gesehen oder dürfen am Bass mal Probe zupfen (siehe Infokasten). Hier kommen die von Claus Freudenstein erfundenen Minibässe zum Einsatz und ebnen auch kleinen Händen den Weg zum großen Streichinstrument. Vorlesungen und Vorträge der Dozenten vertiefen Themen, erweitern Horizonte und runden die Veranstaltung mit Fachwissen ab. Die Basstage werden auch heuer wieder in den Räumen der Städtischen Musikschule Mühldorf und im Kulturzentrum Haberkasten stattfinden.
Anmeldungen und nähere Informationen im Internet unter www.bavarian-bassdays.com. Konzertkarten gibt’s bei Inn-Salzach-Ticket oder im Kulturbüro Mühldorf.