chiemgau

Der Verdruss wächst

von Redaktion

Prien – Unter den Anliegern der Kampenwandstraße wächst die Unruhe. Und die Kritik steigt, dass die Mühlen der Gemeinde so langsam mahlen. Schon seit Monaten wollen sie wissen, was der Markt Prien in Sachen Sanierung und Erschließung der Kampenwandstraße plant – und was sie letztlich in etwa bezahlen müssen. Doch Infos bekommen sie nach wie vor nicht. Ein Anlieger der Kampenwandstraße, der kein Hehl aus seiner Enttäuschung – und seinem Ärger – macht, ist Martin Köhle. Seine Kritik: Die Gemeinde mache, wie er gegenüber der Chiemgau-Zeitung zu Protokoll gibt, „keinerlei Anstalten, die Anwohner aufzuklären“. Aus Sicht des Marktes besteht Handlungsbedarf: Die Kampenwandstraße ist in einem schlechten Zustand – und die Gemeinde will nun an eine Sanierung gehen. Die Crux für die Anlieger: Der Markt will den Großteil der Kosten auf sie umlegen. Die Kampenwandstraße, so die Argumentation, sei – obwohl sie schon Jahre auf dem Buckel hat – noch nie endgültig fertiggebaut worden: Sie sei, so die Ausdrucksweise in der Fachsprache, noch nie offiziell ersterschlossen worden. Im Rahmen einer korrekten Erschließung ist nach Angaben aus dem Rathaus erforderlich, den Unterbau, die Oberflächenentwässerung und die Beleuchtung ordnungsgemäß herzustellen – was noch nicht vollständig der Fall sei. Der Verwaltung zufolge entsprechen Unterbau und Entwässerung zumindest in Teilen der Kampenwandstraße nicht den Vorschriften. Die Anlieger müssen davon ausgehen, hohen Rechnungen zu bekommen. Denn im Falle einer Erschließung einer Straße haben die Anwohner laut Satzung des Marktes 90 Prozent der Kosten zu tragen. Die Anlieger wollen seit Monaten wissen, was auf sie zukommt. Sie möchten reinen Wein eingeschenkt bekommen und informiert werden. Doch sie müssen sich weiter in Geduld üben. Unterdessen reißt die Kritik an dem Vorhaben nicht ab – im Gegenteil, angesichts dessen, dass die Information der Bürger weiter auf sich warten lässt, nimmt sie zu. „Im Kern geht es darum, dass Hauseigentümer, deren Gebäude teilweise schon in den 70er oder 80er Jahren gebaut wurden, nachträglich für die ‚Erstellung’ ihrer Straße zur Kasse gebeten werden sollen“, so Köhle. „Geht man durch die Kampenwandstraße, dann sieht man Beleuchtung, weiß, dass die Häuser zufriedenstellend mit Wasser versorgt sind und ihr Abwasser entsorgt wird, Telefon und Internet sind angeschlossen – nur die Straßenoberfläche ist in einem schlimmen Zustand.“ Und der Anlieger der Kampenwandstraße weiter: „Das „Schlimmste aber ist, dass die Gemeinde keinerlei Anstalten macht, die Anwohner aufzuklären.“ Bereits im Dezember 2016 hatte Bürgermeister Jürgen Seifert angekündigt, die Anlieger zu informieren, im Juli dieses Jahres dann noch einmal. „Und was ist geschehen? Nichts“, so Köhle. „Der Gemeinde ist es offensichtlich wurscht, dass die Anwohner erhebliche Bauchschmerzen haben.“ Und der Bürger müsse weiter in „Unsicherheit leben“. Anscheinend müsse er in Prien wie in Schongau erst „aufstehen“ – also auf die Straße gehen und demonstrieren -, ehe er ernst genommen werde. Einen Termin für die angekündigte Anliegerversammlung kann die Verwaltung nach wie vor nicht nennen. Der Marktgemeinderat habe in seiner Sitzung am 26. Juli den Abwägungsbeschluss zur Sanierung der Kampenwandstraße gefasst, so Andreas Hell, der Geschäftsleiter im Rathaus, gegenüber der Chiemgau-Zeitung. Als nächster Schritt sei die Information der betroffenen Bürger im Rahmen einer Informationsveranstaltung vorgesehen, sagte er weiter, ohne jedoch einen Termin zu nennen. Hell weiter: „Um jedoch die Bürger hierbei auch über die Kostenfrage informieren zu können, wurde zwischenzeitlich das Straßenprojekt ausgeschrieben. Nach Vorlage der Ausschreibungsergebnisse haben wir aussagekräftige Grundlagen für die Kostenverteilung. Ohne Kostenermittlung hat die geplante Informationsveranstaltung wenig Sinn.“ Die Terminierung der Informationsveranstaltung werde rechtzeitig bekannt gegeben. pü

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