Pendler dürfen nun aufatmen

von Redaktion

Von Susanne Hoffmann

Es ist eine Nachricht, die viele Pendler aufatmen lassen wird: Die Güterzugkontrollen der Bundespolizei werden künftig am Bahnhof in Rosenheim und nicht mehr in Raubling stattfinden. Rosenheim/Raubling – Seit Ende Juli stoppte die Bundespolizei Güterzüge am Raublinger Bahnhof, um unter den darauf verladenen Containern und Lkw nach Flüchtlingen zu suchen. Zeitweise legte das den kompletten Zugverkehr lahm. Für Pendler eine Katastrophe: Sie standen oft nichtsahnend am Gleis, bis sie erfuhren, dass erst einmal kein Zug fahren wird. Ein Ersatzverkehr konnte in der Kürze der Zeit nicht eingerichtet werden. Nun soll damit Schluss sein: Die Bundespolizei hat in Absprache mit der Bahn die Kontrollen verlegt. In Rosenheim – so die Hoffnung aller Beteiligten – soll der Zugverkehr nicht mehr in diesem Ausmaß unter den Maßnahmen der Bundespolizei leiden. Während bislang Raubling vor allem aufgrund seiner Lärmschutzwände als geeigneter Ort dafür galt, sollen nun Bauzäune in Rosenheim verhindern, dass Flüchtlinge während einer Kontrolle weg- und damit über den gesamten Gleisbereich laufen. Ein weiterer Vorteil Rosenheims: Im Gegensatz zu Raubling müssen hier nicht alle Gleise während der Suche nach Flüchtlingen vom Strom genommen werden. Daher kann der Personennahverkehr von der Aktion unberührt bleiben. „Die Umbaumaßnahmen, beispielsweise die Montage von Lichtstrahlern, sind bereits abgeschlossen“, so Yvonne Oppermann, Sprecherin der Bundespolizei n Rosenheim. Ein Probelauf sei bereits gestartet. „Der Hubschrauber mit Wärmebildkamera wird aber weiterhin ab der Grenze fliegen. Sollten sich Personen auf den Zügen befinden, besteht durch die Stromleitungen Lebensgefahr. In solchen Fällen können wir nicht erst in Rosenheim kontrollieren“, so Oppermanns Erklärung. Für Raublings Bürgermeister Olaf Kalsperger ist die Verlegung eine gute Nachricht: „Es ist die beste Lösung, künftig in Rosenheim zu kontrollieren. Darüber sind wir sehr froh.“ Die Gemeinde hoffe zudem auf reduzierte Hubschrauberflüge. Dieser Wunsch ist nicht utopisch, wie die Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig mitteilte. Ludwig trug maßgeblich dazu bei, dass es zu einer Verlegung der Kontrollen kam: „Ich habe eine Art Vermittler-Rolle zwischen Bahn und Bundespolizei eingenommen.“ Damit aber nicht genug: Zusammen mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière kümmerte sie sich um Gespräche mit Österreich. Weil es künftig solche Kontrollen auch am Brenner gibt,sollen die hiesigen Beamten der Bundespolizei künftig entlastet werden. „Seit 2015 gibt es nur eine Vereinbarung, gemeinsam in Italien, Österreich und Deutschland Personenzüge nach Flüchtlingen zu durchsuchen.“ Diese gemeinsamen Kontrollen sollen sich nun auch auf Güterzüge ausweiten. „Dass das auch funktionieren wird, da bin ich optimistisch“, so Ludwig. Gerade durch den anstehenden Regierungswechsel in Österreich hofft sie auf ein Umdenken in dieser Angelegenheit und einen künftig guten Austausch der Behörden untereinander. Die Stadt Rosenheim blickt der Verlegung ein wenig skeptischer entgegen. „Grundsätzlich hätte ich mir gewünscht, dass die notwendigen Güterzugkontrollen direkt an der Grenze abgewickelt werden“, so Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer. Sie denkt dabei vor allem an die Menschen, die sich mit den Zügen auf eine lebensgefährliche Reise begeben. „Die Kontrollen in Rosenheim bedeuten weitere Bahnkilometer und dadurch Gefahr“, so Bauer. Hinsichtlich der erwarteten Entlastung für den Personennahverkehr hofft die Oberbürgermeisterin, dass sich die Erwartungen der Pendler erfüllen und die Rosenheimer Anwohner ohne Belastung bleiben. „Dies wird die ausgezeichnete Arbeit der Bundespolizei aber sicherlich gewährleisten“, ist sie ptimistisch.

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