Marquartstein – Christian Czempinski ist jetzt offiziell neuer Schulleiter am staatlichen Landschulheim Marquartstein. Bei einem Festakt erhielt er von Ministerialbeauftragtem Michael Rühl seine Ernennungsurkunde zum Oberstudiendirektor. Nach der humorvollen Begrüßung durch den stellvertretenden Schulleiter Martin Bauhofer stellte Michael Rühl vom Staatsmininisterium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst den Werdegang des neuen Schulleiters vor. Czempinski, 1965 in Ramerberg bei Rott am Inn geboren und dort aufgewachsen, war neun Jahre lang Internatsschüler in Gars am Inn. Nach dem Abitur 1984 und der Bundeswehr studierte er Latein, Griechisch und Geschichte an der Ludwig Maxmilian Universität in München. Es folgten das Referendariat in Pasing und Tegernsee, ehe er 1994 seine erste Stelle als Studienrat in Laufen antrat. Ab dem Jahr 2000 war der heute 52-Jährige 13 Jahre am Ludwig Thoma Gymnasium in Prien tätig, sechs Jahre davon als Oberstufenkoordinator. Dann wechselte er an das neue Gymnasium in Kirchseeon, wo er stellvertretender Schulleiter war und wegen eines plötzlichen Todesfalls zeitweise die Schulleitung allein übernehmen musste. Darüber hinaus engagierte sich Czempinski in Arbeitskreisen am Ministerium, gab Lehrbücher für das Fach Latein heraus und verfasste Publikationen zur Didaktik in Fachzeitschriften. Hinzu kam seine Prüfertätigkeit im ersten Staatsexamen in der Fachdidaktik Latein. Aus all dem werde deutlich, dass er die besten Voraussetzungen habe, um eine Schule wie das Staatliche Landschulheimzu leiten, zeigte sich der Ministerialbeauftragte überzeugt. Laut einer Studie seien Schulleiter „multifunktionale Wunderwesen“, so Rühl, denn sie müssten Pädagogen, Schulmanager, Budgetsachverständige, Streitschlichter, innovative Gestalter und vieles mehr sein. Diese Vielfalt verlange volle Hingabe zum Beruf und den geschulten Blick für das Wesentliche. Mit der Einführung des neuen „LehrplanPlus“, dem G9 und der Digitalisierung kämen in den nächsten Jahren große Herausforderungen auf die Schulen zu, die nur gemeinsam mit dem gesamten Kollegium zu meisgtern seien. Der Ministerialbeauftragte würdigte besonders den stellvertretenden Schulleiter Martin Bauhofer, der in den vergangenen Jahren immer wieder über lange Zeiten die Schulleitung inne hatte. Er habe sich „unter sehr großem Zeiteinsatz für die Schulgemeinschaft eingesetzt, sich flexibel und lösungsorientiert mit allen Themen der Schule beschäftigt“, so Rühl. Die stellvertretende Ländrätin Resi Schmidhuber hieß Czempinski im Landkreis Traunstein willkommen und gratulierte ihm zu der verantwortungsvollen Tätigkeit. Die neue Dienststätte sei nicht nur wegen der herrlichen Landschaft und des unverwechselbaren Profils der Schule eine gute Wahl, sondern der Landkreis Traunsteins sei auch ein „echter Bildungslandkreis“. Als Sachaufwandsträger für 14 Schulen habe dieser allein 2017 rund 23 Millionen Euro aufgebracht. „Es gibt nur eins, was Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung“, zitierte sie John F. Kennedy. Bürgermeister Andreas Scheck, früher selbst Schüler im Landschulheim, betonte den hohen Bekanntsgrad der Schule. Immer wieder treffe man auch im Ausland Leute, die Marquartstein durch das Gymnasium kennen. Das Landschulheim präge den Ort nun seit fast 90 Jahren – zehn Jahre länger als die Gemeinde bestehe. Auch er hieß Czempinski willkommen und freute sich auf die Zusammenarbeit. Anschließend stellte sich der neue Chef in einer geistreichen Ansprache selbst vor. Ausgehend von Niklas Luhmanns soziologischer Abhandlung „Der neue Chef“ zeigte er verschiedene Aspekte des vielschichtigen Begriffs „Chef“ auf. Er rief alle dazu auf, sich trotz aller zu erwartender Probleme und Rückschläge keinem Fatalismus, Resignation oder innerer Emigration hinzugeben, sondern eine optimistische Sicht auf die Welt und Schule zu pflegen. Mit Kammermusikstücken aus der Barockzeit umrahmten vier Musiklehrer der Schule den Festakt stimmungsvoll. Zum Abschluss hatte die Schulküche ein leckeres Büffet vorbereitet. gi