Mangfalltal

Flachdächer ausgeschlossen

von Redaktion

Bad Aibling – Mit einer deutlichen Mehrheitsentscheidung hat es der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung nun fixiert: Im Geltungsraum der städtischen Gestaltungssatzung sind Flachdächer künftig komplett ausgeschlossen – auch bei Sonderbauten. Dies muss nun auch beim Architektenwettbewerb für das „Lichtspielhaus“ berücksichtigt werden. Dazu, dass man im Gremium nun einen Konsens in der intensiven Debatte gefunden hat, hat auch die Architektin Sandra Urbaniak (AKFU Architekten und Stadtplaner, Germering) beigetragen. Sie hatte, wie berichtet, in der vorangegangenen Hauptausschusssitzung über die komplexe Thematik Dachformen und -neigungen informiert und noch offene Fragen beantwortet. Nun einigte man sich also darauf, dass Dächer von Hauptgebäuden grundsätzlich „als geneigte Dächer mit mindestens sechs Grad Neigung auszubilden sind“. Auch Sonderbauten, für die nach der alten Version der Gestaltungssatzung samt Gestaltungsfibel Flachdächer möglich gewesen wären (beispielsweise bei einer Gastronomie wie dem „Sebastiani“ mit mehr als 40 Sitzplätzen), sind davon nun nicht mehr ausgenommen. Genau dies will man auch den Architekten mit auf den Weg geben, die sich an dem Wettbewerb für das „Lichtspielhaus“ (Sebastiani-/Kinderland-Komplex) beteiligen. Die Sorge, dass hier eine „Schuhschachtel-Bauweise“ oder „ein zweites Unterhaching“ entsteht, hatte die Debatte um die Änderung der Gestaltungssatzung erst ins Rollen gebracht. Den geänderten Wortlaut hatte der Hauptausschuss, wie berichtet, dem Stadtrat einstimmig empfohlen. In dessen Sitzung zog Rosemarie Matheis (ÜWG) ihre Zustimmung nun jedoch zurück. Sie habe sich zwischenzeitlich Häuser mit einer Dachneigung von sechs Grad angesehen und sei zu dem Schluss gekommen: „Das entspricht gerade mal so der Neigung, wie wir sie bei den Gebäuden am Maximiliansplatz haben.“ Auch ihre Fraktionskollegin Kirsten Hieble-Fritz räumte ein, der Änderung „eher nicht zustimmen zu können“. Richard Lechner (SPD) erklärte, er könne aus eigener Erfahrung mit einem sechs Grad geneigten Garagendach sagen, dass man die Neigung schon deutlich spüre. Als sehr gelungen bezeichnete Heidi Benda (GOL) die vom Hauptausschuss getroffene Formulierung und meinte verwundert: „Ich hatte den Eindruck, dass wir damit alle Meinungen vereint hatten. Extremes wird verhindert, aber es bleibt auch noch Spielraum.“ Sie schob hinterher: „Gute Architektur ist nicht nur an Dachneigungen und Dachformen festzumachen.“ Auch der erklärte Flachdachgegner Florian Weber (Bayernpartei) betonte: „Mit der Formulierung können wir Schlimmstes verhindern. Mich persönlich freut es, dass sich die Gestaltungssatzung positiv entwickelt.“ Auf Webers Ankündigung „Ich kann der Änderung zustimmen“ hin meinte Bürgermeister Felix Schwaller augenzwinkernd: „Wenn Sie zustimmen, dann könnten eigentlich alle zustimmen.“ Ganz so einstimmig fiel die Entscheidung zwar dann doch nicht aus, doch bei zwei Gegenstimmen folgte der Stadtrat letztlich der Empfehlung des Hauptausschusses und beschloss die entsprechende Änderung der Gestaltungssatzung mit Gestaltungsfibel.

Artikel 5 von 11