Muslime: Glaser wählen

von Redaktion

Zentralrat fordert, AfD-Mann zu Schäubles Vize zu machen

Berlin – Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) rät dazu, den umstrittenen AfD-Kandidaten Albrecht Glaser zum Bundestagsvizepräsidenten zu wählen. „Ich habe zwar vollsten Respekt für die Abgeordneten, die bei der Abstimmung über den AfD-Kandidaten mit Nein gestimmt haben, und ich verstehe auch ihre Beweggründe“, sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek. Man dürfe der AfD aber keine Opferrolle zugestehen. „Dann müssen wir eben damit klarkommen, dass wir einen Islamhasser und Rassisten als Bundestagsvizepräsidenten haben. Das ist Deutschland 2017, das ist traurig, aber wahr.“

Glaser hatte am Dienstag in der konstituierenden Sitzung des neuen Bundestages als einziger Kandidat nicht die nötige Mehrheit erhalten. Abgeordnete anderer Parteien hatten dem 75-Jährigen vorgeworfen, er habe die Religionsfreiheit der in Deutschland lebenden Muslime in Abrede gestellt. Glaser weist diesen Vorwurf zurück.

Mazyek sagte, Glaser präsentiere in seinen öffentlichen Äußerungen eine „Betonauslegung des Islam, die bei den Muslimen in Deutschland überhaupt nicht mehrheitsfähig“ sei. Das Islamverständnis des AfD-Politikers sei dem Religionsverständnis radikaler Salafisten zum Verwechseln ähnlich. Gleichzeitig liefere die AfD eine Steilvorlage für Salafisten, die ständig behaupteten, „Deutschland hasst uns, wir sind hier nicht gewollt“. Die Geschäftsordnung des Bundestages sieht vor, dass jede Fraktion einen Bundestagsvizepräsidenten stellen darf. Die AfD will an Glaser festhalten und keinen Ersatzkandidaten präsentieren.

Artikel 9 von 11