wasserburg & region

Umplanen wegen Kostenexplosion

von Redaktion

Wasserburg – Die Landschaft neu modellieren oder den Aushub mit hunderten von Lkws abtransportieren? Vor dieser Frage stehen die Bauherren des neuen Großklinikums. Die Tendenz geht zur Aufschüttung auf bezirkseigenem Gelände. Was der Stadtrat jetzt befürwortete. Wasserburg – Ein „explosionsartiger Kostenanstieg“ – durch Erde. Der ergab sich bei der Großbaustelle für das neue Klinikum in Gabersee, erklärte Bürgermeister Michael Kölbl in der jüngsten Sitzung des Stadtrates. Denn der Abtransport des Aushubs wäre deutlich teurer geworden als im Vorfeld kalkuliert. Deswegen kam die Idee auf, den Abraum direkt an der Baustelle neu zu verteilen. Dazu ist allerdings eine Änderung des Bebauungsplanes notwendig, da der aktuelle Geltungsbereich dafür zu klein wäre. Gut 3,5 Hektar südlich der Baustelle werden benötigt, rechnet der Bezirk. Umweltreferent Lorenz Huber (Bürgerforum) zeigte sich von diesem Vorhaben angetan. Das spare sicher hunderte von weiten Lkw-Fahrten zu einer Deponie, bei der man noch nicht mal wisse, wo diese sei. Außerdem sei es eine Schande, den Humus auf eine Deponie zu schütten, wenn er zwischen Gabersee und Reisach auf landwirtschaftlichen Flächen genutzt werden könnte. Hubers Ratskollegen sahen das alle genauso. Die Zustimmung für die Bebauungsplanänderung wurde ohne Gegenstimmen signalisiert. Und es wurden Wünsche und Forderungen gestellt. Wolfgang Schmid (CSU) kam zum wiederholten Male auf eine südliche Zufahrt zum Baustellen- und Klinikgelände zu sprechen: „Wenn wir schon den Bebauungsplan in die Hand nehmen, sollten wir auch nochmals prüfen, ob es nicht doch sinnvoll ist , eine südliche Zufahrt für die neue Klinik von der B15 her zu schaffen. Sonst muss der ganze Verkehr – von den Besuchern, den Patienten und vom Klinikpersonal – über den Kreisel in Gabersee laufen. Das wird eng.“ Zumal der Aushub nun auch einen Hangausgleich und damit eine Höhenanpassung von Bundesstraßen und Klinikgelände ermögliche. Christian Stadler (Grüne) war ebenfalls über die Bebauungsplanänderung erfreut, denn „jetzt können wir den Radlstellplatzschlüssel auch auf die Klinik anwenden.“ Ihm sei, im Gegensatz zum Kollegen Schmid, wegen des Stadtbusses zwar eine weitere Ausfahrt auf die B 304 wichtiger, zur B 15 nähme er sie aber auch, fügte er schmunzelnd an. Die beiden Viel-Radler Norbert Bourtesch (Bürgerforum) und Peter Stenger (SPD) regten an, den Sichtschutz für den Fahrradweg entlang der B15 zu verlängern. „Wenn einem nachts Autos entgegenkommen, sieht man als Radlfahrer überhaupt nichts mehr“, waren sich die beiden einig. Nur wo Hecke oder Bäume zwischen Radweg und Straße stehen, sei die Sicht gut. Man solle überlegen, einen Sichtschutz für den ganzen Radlweg anzulegen. Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann nimmt die Anregungen zum Sichtschutz am Radweg, zu den Zufahrten über die B 304 und die B 15 sowie zum Schlüssel für die Fahrradstellplätze im Zuge der Bebauungsplanänderung zu den weiteren Beratungen mit dem Bezirk Oberbayern auf.

Artikel 3 von 11