Rosenheim & Region

Details zum Rathausneubau

von Redaktion

AUS DER REGION

Großkarolinenfeld – Endspurt für die Entwurfsplanung des neuen Rathauses in Großkarolinenfeld: Erneut hat der Gemeinderat über Details beraten. In einer Sondersitzung am Dienstag, 7. November, steht dann die Beschlussfassung auf der Tagesordnung. Jetzt haben die Planer vom Architekturbüro Behnisch, vom Ingenieurbüro elo plan und vom Landschaftsarchitekturbüro Adler & Olesch den aktuellen Stand präsentiert. Dabei ging es unter anderem um das Materialkonzept, die Elektroplanung und die Außengestaltung. Stephan Leissle und sein Team von den Behnisch-Architekten stellen sich für das Gebäude eine Farbgestaltung in warmen orange, gelb und grün-Tönen vor. Bei den Materialien werden an der Fassade Holz, Klinker und Glas verwendet, der Innenboden soll aus Parkett, Stein und Teppich bestehen. Virtueller Ausflug ins Gebäude Bei einem virtuellen Gang durch das Gebäude zeigten die Planer weitere Details. So soll das Bürgerbüro mit einer Glaswand beziehungsweise -tür vom Treppenhaus getrennt sein, so dass die erste Anlaufstelle für die Bürger einen „einladenden Charakter“ erhält. Im Bürgerbüro soll Teppichboden verlegt werden. Eine Auswahl an robusten und pflegeleichten Teppich-Mustern hatten die Architekten in der Sitzung dabei, so dass sich die Gemeinderäte ein konkretes Bild machen konnten. Im Obergeschoss haben die Planer den Vorschlag gemacht, Boden und Decke in warmen Tönen zu gestalten, die Wände und Wandschränke dagegen schlicht in weiß zu halten. In Trauraum und Sitzungssaal soll Parkett verlegt werden. Beide Räume kann man durch ein Öffnen der Trennwand zusammenbringen, so dass verschiedene Nutzungs- und Bestuhlungskonzepte möglich sind. Bis zu 199 Personen finden dort Platz. Ein schon länger diskutiertes Thema ist die Außenfassade des Gebäudes. Dass im Untergeschoss Glas und Klinker zum Einsatz kommt, ist relativ unumstritten. Hier traf der Gemeinderat auch einen entsprechenden Beschluss. Allerdings gab es die Kritik, dass die Fenster – etwa in den Büros des Bürgeramtes – bis zum Boden reichen. Da sitze man direkt auf der Straße, so der Einwand. Noch schwieriger wurde es im Obergeschoss. In der Mitte der Büro-Außenwände befindet sich ein festes Glasfenster, links und rechts davon ein Fenster zum Öffnen, an den Rändern ist die Fassade geschlossen. Vor den Schwing-Kipp-Fenstern soll eine feste, luftdurchlässige Verkleidung angebracht sein. Sie soll als Einbruchsschutz dienen und ermöglichen, dass man die Fenster auch einmal offen lassen kann. Ergänzt wird das Konzept durch schiebbare Sonnenschutzelemente, die je nach Bedarf vor das feste Fensterglas in der Mitte geschoben werden können. Plädoyer für Holz als Material Die Frage war nun, aus welchem Material diese festen und beweglichen Elemente gestaltet sein sollen. Der Vorschlag der Architekten war Holz. Heimische Hölzer seien zwar nicht so robust, könnten aber mit bestimmten Verfahren, zum Beispiel einer Behandlung mit Wasserdampf, beständig gemacht werden. Die natürliche Vergrauung des Holzes könne zwar nicht verhindert, aber durch eine Behandlung so kontrolliert werden, dass sie gleichmäßig ablaufe. Eine andere Option war die Kombination von Holz und Metall – hier müsse man sich aber auf einen Farbton des Aluminiums einigen. Auch möglich wäre eine Verwendung von Holz und Putz. In beiden letzteren Fällen fürchteten die Architekten allerdings, dass das Farbkonzept zu „zerstückelt“ erscheinen könnte. Die Variante mit Metall würde außerdem Mehrkosten von rund 113 000 Euro bedeuten. Nach längerer Diskussion, auch zu Fragen der Pflege und mit anderen Materialvorschlägen, sprach sich die Mehrheit des Gemeinderates für die Variante Holz aus. Einige medientechnische Details präsentierte Wolfgang Aicher vom Büro elo plan. So wurde etwa angeregt, im Sitzungssaal ein Gerät zum Aufzeichnen der Gespräche zu installieren. Außerdem ist dort eine Medienwand mit einer Breite von vier Metern vorgesehen. Im Foyer soll ein Infomonitor angebracht werden, der zum Beispiel Nachrichten und Aktuelles aus der Gemeinde zeigen könnte. Einiges getan hat sich in den vergangenen Wochen außerdem bei den Außenanlagen. Einen ansprechenden Zugang zum Gebäude verspricht eine teils bepflanzte Sitzmöglichkeit zwischen den beiden Gebäude-Steinen. Sie gleicht das Gefällt dort aus. Um das Element herum gelangt man über eine leichte Neigung barrierefrei zu den Eingängen, in der Mitte der Sitzgelegenheit befinden sich drei Treppenstufen. Im Pflasterbelag, der diagonal an den Gebäuden orientiert sein wird, ist ein Blindenleitsystem integriert. Wasserspiel am Lindenplatz Als Bepflanzung am Rathausplatz haben sich die Architekten vom Büro Adler & Olesch Birken und Gräser vorgestellt. Hier gab es aber die Kritik, dass Birken den Platz stark verschmutzen könnten und außerdem ihre Pollen allergen wirken. Eine bestehende Linde soll vor den Trausaal versetzt werden und wird dem Platz seinen neuen Namen geben: Lindenplatz. Dort sind des Weiteren Sitzmöglichkeiten sowie ein Wasserspiel mit acht Fontänen geplant. Auch das Gebiet am Erlbach soll aufgewertet werden. Hier planen die Architekten eine Brücke sowie Trittsteine, eine Aufweitung des Baches, ein Holzdeck sowie Sitzstufen. Katharina Heinz

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