Bad Feilnbach – Auf ihre Filialkirche „St. Laurentius und St. Sixtus“ sind die Bürger des Dorfes Wiechs in der Gemeinde Bad Feilnbach besonders stolz. Nach einer aufwendigen Generalsanierung ist sie nicht nur äußerlich, sondern auch im Inneren ein echtes Juwel geworden. Vom frischen Glanz eines wiederbelebten Rokoko überzeugten sich im Rahmen einer Wiedereröffnungsfeier Verantwortliche der Pfarrei Herz Jesu Bad Feilnbach, des Erzbischöflichen Ordinariats München (EOM), Handwerker und vor allem Mitglieder der Wiechser Dorfgemeinschaft, darunter Sebastian Obermaier als stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Bad Feilnbach. Krönung war ein Konzert mit hochkarätigen Brassintonationen von „Kurbi & Friends“. Auch bei den andachtsvollen Liedern des „Laurenzi-Drei-Gesangs“, begleitet von Christine Kracher an der Harfe, kam die beeindruckende Akustik in der Kirche zum Tragen. In seiner Laudatio bezeichnete Dr. Hans Rohrmann von der Ordinariats-Hauptabteilung Kunst, Experte in Sachen Barock und Rokoko, die Filialkirche als „Kleine Wieskirche“, die einst von begnadeten Baukünstlern geschaffen wurde und deren generationsübergreifender Erhalt erforderlich sei. Federführend bei der Entstehung waren einst im 18. Jahrhundert (wie berichtet) neben Hans Thaller, Baumeister zu Hausstatt, Stuckateur Johann Martin Bichler aus Erding (1758), Joseph Götsch (Bad Aibling) und Sebastian Troger (Weilheim) . Über eine Gesamtbauzeit von acht Jahren, aufgeteilt in zwei Bauabschnitten, wurden nun die künstlerisch wertvolle Raumschale, die Haupt- und Seitenaltäre, sowie die Kanzel und Empore nach Vorbild der einstigen Baumeister wiederhergestellt. Von Anfang an setzten dabei Pfarrer Ernst Kögler, und Kirchenpfleger Erwin Hanger (Herz Jesu Bad Feilnbach), gleichzeitig auch als Projektleiter wirkend, sowie Kirchenpflegerin Martina Kolb (Filialkirche Wiechs) auf eie vertrauensvolle Zusammenarbeit. Wichtige Säulen – vor allem im letzten und zweiten Sanierungsabschnitt – waren Architekt Johann Wegmann (Schliersee) mit seinem Bauleiter Klaus Scherf sowie die Projektleiter Christiane Hüpping (EOM) und Thomas Diwo (Firma Ernst & Young Real Estate GmbH). Tatkräftig beteiligten sich neben örtlichen und regionalen Handwerksbetrieben auch Bürger aus Wiechs. Dazu zählten unter anderem Claudia Gerhold sowie Reiner Neubauer von den gleichnamigen Restaurierungswerkstätten die sich mit der Ausgestaltung der Raumschale befassten und die Gäste ausführlich darüber informierten. Über umfangreiche Pflegemaßnahmen, Entfernen von Schmutz, Bereinigung von Fehlstellen und sonstigen Reparaturen am Hauptaltar berichtete Stefan Hundbiss von den Werkstätten Wiegerling aus Gaißach. Als Herausforderung bezeichnete Bruno Kübler aus Erbach bei Ulm, unterstützt von Thomas Hummel und Xaver Maler, die Restaurierung der Seitenaltäre. Probleme bereiteten dem Restaurator alte Zementputze, fehlangepasste Strukturen, Salzausbildungen, oberflächlich ausgeführte Reparaturen mit Überdeckung einstiger Goldfassungen, die detektivisch Schicht für Schicht abgetragen und erforscht wurden. Nach Angaben von Dr. Rohrmann spricht die Filialkirche „St. Laurentius und „St. Sixtus“ Wiechs für sich und sei schon anno dazumal ein Glücksfall für die Region gewesen. In die Epoche des „Böhmischen Barocks“, gestaltet von Größen wie Johann Baptist Zimmermann und Abraham Millauer, Hans Thaller, fallen dem Experten zufolge Bauwerke wie Kirche zu Berbling, aber auch Schloss Nymphenburg (1755).