Bonn – Weltweit sind 930 Journalisten von 2006 bis Ende 2016 wegen ihres Berufes getötet worden, 102 davon allein im Jahr 2016. Das teilte die Deutsche Unesco-Kommission zum „Welttag gegen Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten“ mit. Afghanistan und Mexikowaren demnach 2016 als die gefährlichsten Länder – dort wurden jeweils 13 Journalisten getötet. Es folgen Jemen (11), Irak (9) und Syrien (8). Der jüngste Fall, der international für Entsetzen sorgte, ist der Mord an der regierungskritischen Journalistin Daphne Caruana Galizia auf Malta. Sie kam ums Leben, als an ihrem Auto eine ferngezündete Bombe explodierte.
Lediglich zehn Prozent der Todesfälle zwischen 2006 und 2016 wurden laut Unesco aufgeklärt. Auch ein steigender Trend: 94 Prozent der Opfer seien allein 2016 Lokaljournalisten gewesen. „Mord an Journalisten, willkürliche Verhaftungen, Folter, Einschüchterungen und die Beschlagnahmung von Recherchematerial – diese Straftaten müssen geahndet werden“, sagte Wolfgang Schulz, Vorstandsmitglied der Unesco-Kommission. „Eine Aufklärungsrate der Journalistenmorde von zehn Prozent ist dabei viel zu gering. Nur mit einer Presse, die nicht bedroht wird, kann eine reflektierte öffentliche Meinungsbildung gelingen.“
Laut Unesco ist zudem ein erheblicher Anstieg von Gewalt gegen Journalisten zu verzeichnen. Dazu zählen unter anderem Entführungen, willkürliche Verhaftungen und Folter. Bedroht sei auch die digitale Sicherheit von Journalisten – etwa durch Überwachungsmaßnahmen oder Cyber-Attacken.