Arbeitszeit: Ärzte mahnen

von Redaktion

Berufsverband fürchtet Aufweichung durch neue Regierung

Berlin – Die Ärzte-Gewerkschaft Marburger Bund hat die Jamaika-Unterhändler von Union, FDP und Grünen davor gewarnt, Arbeitszeitregelungen aufzuweichen. Mindeststandards des Arbeits- und Gesundheitsschutzes müssten – auch in einer mehr und mehr digitalisierten Welt – gewahrt bleiben, forderte der Marburger Bund am Donnerstag in Berlin. Unter dem Schlagwort „Arbeiten 4.0“ würden derzeit wesentliche Eckpunkte des Arbeitszeitrechts wie etwa Erholungsurlaub, Höchstarbeitszeit und Ruhezeit teilweise offen infrage gestellt.

Wer eine weitere Ausdehnung der täglichen Arbeitszeit fordere, (Mindest-)Ruhezeiten infrage stelle und deren Unterbrechung über das bestehende gesetzlich geregelte Maß hinaus für zulässig erachte, stelle sich in Widerspruch zu den einschlägigen arbeitswissenschaftlichen Empfehlungen, so der Marburger Bund, der vor allem angestellte Ärzte vertritt. Das Arbeitszeitgesetz schaffe mit Öffnungsklauseln schon jetzt ausreichend Gestaltungsmöglichkeiten, um im Krankenhausbereich eine spezifische Flexibilität zu gewährleisten.

Der Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke, beklagte, dass Personalabbau zu permanenter Überlastung, Zeitmangel und abnehmender Arbeitszufriedenheit der Krankenhausbeschäftigten führe. „Förderung von Zeitsouveränität“, wie dies bei den Sondierungen von Union, FDP und Grünen angesprochen worden sei, „muss deshalb in erster Linie bedeuten: mehr Zeit für Patientengespräche, für Fort- und Weiterbildung und für Privatleben und Familie“, erklärte Henke.

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