Bad Aibling – Die unendliche Geschichte „Neue Aiblinger Bahnunterführung“ geht weiter. Eigentlich sollte das Bauwerk nach mehrfachen Verzögerungen und Kostensteigerungen am kommenden Freitag zusammen mit dem Maximiliansplatz offiziell eingeweiht werden. Jetzt sagte die Stadt die Feierlichkeit ab. Grund: Die Beleuchtung kann nicht rechtzeitig geliefert werden. Die Verärgerung ist Bürgermeister Felix – wie schon des Öfteren in den vergangenen Monaten bei diesem Thema – deutlich anzumerken. „Mir war schon nicht wohl bei dem Gedanken, einen Eröffnungstermin zu planen. Bei all dem, was wir mit dieser Baustelle bereits erlebt haben, traut man sich schon gar nichts mehr zu sagen. Große Lust dazu hatte ich ehrlich gesagt auch keine mehr. Aber aus den Reihen des Stadtrates kam der Wunsch, doch eine offizielle Eröffnung und Freigabe durchzuführen.“ Den Termin für kommenden Freitag habe er sich nun sogar eigens schriftlich von der beauftragten Firma bestätigen lassen, nachdem versichert worden sei, dass die noch fehlende erforderliche Beleuchtung für das Bauwerk Ende Oktober/Anfang November eingebaut wird. Alles war bereits vorbereitet, die Einladungen verschickt, das Rahmenprogramm fixiert – da erreichte die Stadt die Nachricht, dass es Lieferschwierigkeiten seitens des Herstellers der Leuchtmasten und der Leuchten für die Unterführung mit ihren Zugängen gebe. Laut Stadtbaumeister Andreas Krämer handelt es sich bei diesem Problem wohl um keinen Einzelfall, da „Lieferungen in der überdimensionalen Auftragslage der Bauwirtschaft immer wieder zu Engpässen und Terminverzögerungen führen“. Offiziell teilte die Stadt jetzt mit, dass sich die Installation „voraussichtlich bis Dezember 2017/Januar 2018“ verzögern wird. „Ohne eine ausreichende und von der Bahn abgenommene Beleuchtung kann die Unterführung aus Sicherheitsgründen auch noch nicht freigegeben werden“, erklärte Schwaller auf Anfrage unserer Zeitung. Der Vorschlag, dass die Aiblinger Stadtwerke zwischenzeitlich eine provisorische Beleuchtung installieren, damit die Bürger und Bahnkunden die Unterführung endlich nutzen können, habe die Bahn nicht akzeptiert. Beobachtungen zufolge räumen zwar Passanten, auch Rollatorennutzer, die Sperren an der Unterführung – ebenso wie am gesperrten Bahnübergang an der Westendstraße – zwischenzeitlich selbst beiseite. Erlaubt ist dies aber nicht. Fest steht indessen, dass bei den Kosten, die sich zuletzt um 90 000 Euro auf zwischenzeitlich 3,59 Millionen Euro (Anteil der Stadt nach Förderung: 1,89 Millionen Euro) gesteigert hatten, eine weitere Erhöhung zu Buche schlagen wird. Wie hoch diese die Summe sein wird, lässt sich Krämer zufolge derzeit allerdings noch nicht abschließend sagen, da der Stadt die Schlussrechnung sowie einige Nachträge noch nicht vorlägen. Über den vorläufigen Kostenstand soll erst in der Stadtratssitzung am 30. November berichtet werden. Bis dahin will das Bauamt auch alle Fakten hinsichtlich weiterer Schwierigkeiten und Probleme, die im Laufe dieses Jahres noch hinzugekommen sind, zusammengestellt haben. Von der Absage der offiziellen Freigabe der Unterführung am kommenden Freitag ist auch die Vorstellung des neuen Maximiliansplatz samt Brunnen betroffen. Vorgesehen war hier eine gemeinsame Besichtigung der Anlagen mit dem Künstler Peter Tomschiczek, der den Brunnen entworfen und gestiftet hat, und Hendrik-Peer Lass, der federführend bei der künstlerischen Gestaltung der Unterführung (zusammen mit Schülern des Aiblinger Gymnasiums) ist.