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Grünes Licht für das „Wachthäusl“

von Redaktion

Haag – Endlich gab es grünes Licht für das einstige Haager „Wachthäusl“ an der Maria-Ward-Straße. Nach knapp vierjähriger Planung und Abwägung durch die Denkmalpflege ist das Gebäude unter dem Schlossturm zur weiteren Sanierung freigegeben. Haag – Der Kunsthistoriker und Restaurator Dr. Gerald Dobler erstellte schon im Jahre 2013 ein Gutachten über das bauliche Unikum. Er zählte drei Bauphasen und einige Veränderungen, so die Verlängerung 1813. Einbezogen finden sich Fachwerkbauten. Nicht mehr vorhanden sind die Hundezwinger aus früheren Zeiten. Zur Besonderheit zählt das „Gseddach“, das Richtung Maria-Ward-Straße über der „Gred“ herausragt. Schon in der ersten Planungsphase zeigten sich nach Bauherrn Ludwig Schletter „unterschiedliche Meinungen“ über die Restaurierung und spätere Nutzung. Darüber verstrich ein Jahr, bis dann das Dach erneuert werden konnte. Dann wurden Meinungsverschiedenheiten zwischen den technischen Anforderungen der Statik und den Richtlinien des Denkmalschutzes deutlich. „Für jede Dachsparre musste eine eigene Planung her“, so Schletter. Daraufhin konnte die „Bemusterung“ vorgelegt werden, die unter anderem die Farbe und Oberflächengestaltung der Fassade und die Ausführung der Fenster bestimmte. Nun werden die Fenster geliefert. Abschließend resümiert Bauherr Ludwig Schletter: „Durch den denkmalschützerischen Aufwand sind im Gegensatz zu normalen Bauten hohe Planungskosten entstanden.“ Doch das Haus, stellte er fest, habe seinen eigenen Charme: „Das ist etwas Besonderes. Früher war es die Wohnung armer Leute.“ Im „Wachthäusl“ wohnte bis 1930 der letzte Haager Nachtwächter. Im Jahre 1650 ist es erstmals in den Urkunden vermerkt. Als Bewohner wird der „Hundskoch“ Hanß Eßbaumer genannt. Er hatte sich um das Fressen der Jagdhunde des Grafen zu kümmern. Dafür verwendete er die Abfälle der Auswaidung des Wildbretes, die im Jagdhaus, wo heute die Realschule steht, vorgenommen wurde. Später vermerken die Akten noch eine „schlecht hölzerne Behausung“ des Hundskochs, den es bis zur Säkularisation 1804 gab. Dann zog ein Taglöhner, genannt Schechtl, ein. Den Namen des „Wachthäusl“ erhielt das Gebäude von Ignaz Dendl, der als letzter Haager Nachtwächter fungierte und hier wohnte. In der Zukunft soll das Gebäude dem Wirt des darüber liegenden „Hofgartens“ zur Verfügung stehen. Einziehen kann hier sogar eine Familie, wie Schletter mitteilt. Das könnte dann auch der „Hofgarten“-Koch sein, der die historisch lange Reihe der Haager „Hundsköche“ fortsetzen würde.

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