chiemgau

Kofler weiter an der Spitze

von Redaktion

Traunstein – Alle 57 Delegierten haben Dr. Bärbel Kofler beim Parteitag des SPD-Kreisverbands im „Hofbräustüberl“ als Vorsitzende bestätigt. Die Bundestagsabgeordnete möchte in den kommenden Jahren den Kreisverband inhaltlich und organisatorisch erneuern sowie die Kompetenz der Mitglieder besser hineinholen. Damit der Kreisvorstand jünger und weiblicher werden kann, wurde für einen dritten Stellvertreter und zwei Beisitzer eigens die Satzung geändert. Das „Triumvirat“ der Stellvertreter besteht nun aus dem stellvertretenden Landrat Sepp Konhäuser aus Bergen, Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel und als Neuling Seppi Parzinger aus Bergen. Beisitzerinnen sind Lara Treppner aus Trostberg und Marina Gasteiger aus Grassau. Schatzmeister bleibt Hans-Michael Weisky aus Trostberg, Schriftführerin bleibt Anna Maria Scheitzeneder aus Schnaitsee. Den Vorstand ergänzen der Pressereferent und Beauftragte für soziale Medien Martin Baumann (Trostberg) und als Beisitzer der Arbeitsgemeinschaften Natalia Wolf (Traunstein) für die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratische Frauen (AsF), Helmut Haigermoser (Tacherting) für die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA), Annika Kuhlmann (Traunstein) für die Jusos, Traudl Wiesholler-Niederlöhner (Traunstein) für die Kreistagsfraktion, Monika Berlitz (Bergen) für den Arbeitskreis Umwelt, Martin Baumann (Trostberg) als Vertreter beim SPD-Bezirk sowie Helmut Haigermoser für die Arbeitsgemeinschaft soziale Gerechtigkeit. Revisoren sind Josef Schmid (Kirchanschöring) und Josef Wittmann (Tittmoning). Das Schiedsgericht bilden Franz Gnadl (Übersee) und Hermann Schätz (Traunstein). Bei der Analyse des Ergebnisses der Bundestagswahl wollte Kofler nichts beschönigen. Die SPD habe das schlechteste Ergebnis seit dem Zweiten Weltkrieg eingefahren. Nun müsse man analysieren, woran es gelegen habe und was man besser machen könne. Ihr liegt dabei besonders daran, was man vor Ort besser machen kann. Der neue Kreisvorstand soll nun ein Arbeitsprogramm erarbeiten – unter der Themensetzung „soziale Gerechtigkeit“. In der Arbeitswelt gehe es heute vielen noch nicht so schlecht. „Aber wie schaut es in zehn Jahren aus?“, fragte Kofler. Auf dem Land fühlten sich viele ältere Leute abgehängt. Vielleicht sollten Zusammenhänge anders dargestellt und Mit-Mach-Möglichkeiten geändert werden, so Kofler. In der Diskussion warnte Oberbürgermeister Kegel davor, „sich gegenseitig nieder zu machen“. Solange es den Leuten im Schnitt gut geht, machten sie sich keine Gedanken über soziale Gerechtigkeit – außer die 20 Prozent, denen es nicht so gut geht. Dieter Berlitz aus Bergen meinte, Solidarität bedeute zum einen, sich gemeinsam etwas zu erkämpfen (Gewerkschaften) und zum anderen, dass die Starken für die Schwachen eintreten (über Steuern). Er schlug deshalb vor, die Kapitaleinkünfte zur Finanzierung der Sozialsysteme zu besteuern. Holger Knuth aus Chieming verlangte eine einheitliche Parteilinie. Für Sepp Konhäuser aus Ruhpolding ist es wichtig, dass die SPD in die Opposition geht und der Neuaufbau beginnt. Der Mühldorfer Landtagsabgeordnete Günther Knoblauch forderte mehr Kontakt zum Bürger, denn der Wähler möchte seine Probleme gelöst haben. In ihrem Rechenschaftsbericht ging Kofler aus einer Fülle von Veranstaltungen auf Themen wie die Krankenhausreform, den Bundesverkehrswegeplan, bezahlbarer Wohnbau, Renten und Sozialversicherungssysteme sowie soziale Gerechtigkeit ein. Alle diese Themen müssten weiterverfolgt werden. In ihrem Bericht aus der Kreistagsfraktion ging Fraktionsvorsitzende Wiesholler-Niederlöhner auf das Thema „Asyl-Fluchtursachen-Integration“ ein. Bezahlbares Wohnen sei nicht nur für Flüchtlinge, sondern für viele Mitbürger ein immer wichtigeres Thema. Nur dank der Hartnäckigkeit der SPD-Fraktion sei die Wohnbaugesellschaft des Landkreises nicht verkauft worden.. Anna Maria Scheitzeneder bezifferte den Mitgliederstand der Jusos auf rund 50. Sie erinnerte an die Konferenz der Jusos Oberbayern und die Bierzelttour der Jusos in Traunstein. Mit zwei Mitgliedern sei der SPD-Nachwuchs im Jugendparlament des Landkreises vertreten. Siegfried Wallner berichtete über den Arbeitskreis „Soziale Gerechtigkeit“. Er forderte, dass das Rentenniveau nicht unter 50 Prozent fallen darf. Betriebs- und Zusatzrenten müssten für alle Arbeitnehmer Pflicht – nicht das Privileg einiger weniger – sein. bjr

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