München – Nach der Rücktrittsforderung der Jungen Union an Horst Seehofer gärt es in der CSU. Parteivize Barbara Stamm rief die eigenen Reihen zur Ordnung auf. „Es steht einer Partei nicht gut an, so miteinander umzugehen“, sagte Stamm. Die Debatte schade der CSU. Auch Markus Söder müsse mithelfen, sie einzudämmen. Söder vertrat Seehofer gestern bei der Tölzer Leonhardifahrt. „Ich komme nächstes Jahr gerne wieder“, sagte Söder dort und schob vieldeutig nach: „Muss auch nicht in Vertretung sein.“
Verärgert reagierte die oberbayerische Bezirkschefin Ilse Aigner. Sie warnte vor einem schiefen Bild der Nachfolgedebatte: „Wahrnehmbar sind aktuell nur jene, die sich wider die Absprache zu Personalfragen äußern“, sagte Aigner unserer Zeitung. „Es gibt aber zahlreiche profilierte Köpfe, die aus Vernunft schweigen, um die CSU in den Verhandlungen über eine Jamaika-Koalition nicht zu schwächen.“ Diese würden nach den Sondierungen „ein gewaltiges Wort über die zukünftige personelle und inhaltliche Aufstellung der CSU“ mitreden. Aigner: „Die emotionelle Überhitzung dieser Tage ist nicht sinnvoll und zielführend.“ mik/gma