Mühldorf – Wer das „Who is who“ der Stadt kennenlernen will, muss sich mit der Inntalia befassen. In den vergangenen 50 Jahren waren dort alle engagiert, die im öffentlichen Leben der Stadt eine Rolle spielen. Am Samstag feiert die Faschingsgesellschaft auf dem Stadtplatz. Die Anfänge der Inntalia liegen ein wenig im Dunkel, selbst die jetzt Aktiven rund um Präsidentin Sandra Zellhuber kennen die genaue Gründungsgeschichte nicht. Einer, der am Anfang an dabei war, ist Günther Knoblauch. Sein Werdegang ist sozusagen exemplarisch: Vom Mitstreiter über das Präsidentenamt zum Faschingsprinz, vom Faschingsprinz zum Bürgermeister und schließlich in den Landtag: eine fast klassische Karriere. „Da waren ein paar Narrische beisamen“, sagt er – meint damit aber nicht den Landtag, sondern die Mühldorfer Faschingsfreunde Mitte der 1960er Jahre. Die nannten ihre eher lockere Vereinigung MüFaKo, also Mühldorfer FaschingsKomitee, und bestimmten als ersten Präsidenten Hans Zehentner, erinnert sich Knoblauch. Erstes Prinzenpaar waren die Mühldorferin Paula Glas, die heute Spiesser heißt, und Heinrich Hofman aus Töging. Einen Verein gab es noch nicht, der wurde erst notwendig, nachdem Mensch und Fass beim Faschingszug vom Wagen gefallen beziehungsweise gerollt waren. Passiert ist damals zum Glück wenig, aber plötzlich stand die Haftungsfrage unmaskiert im Raum, die Gründung eines Vereins war die Folge. Anton Dandl, Josef Putz, Josef Rauch befanden: „Günther, Du bist der Jüngere, Du machst den Präsidenten“, erzählt der so Erwählte. In diesen Jahren führte die Inntalia vieles von dem ein, was sie bis heute prägt, zwei Tonnen Guatl zum Faschingszug, Bälle für Alt und Jung, die alljährliche Bennung eines Prinzenpaares. Erich Mück, Karl Knipf, Josef Giggenbach, Christl Penzenstadler, Josef Federer, Ilse Preisinger-Sontag, Peter Mück, Christine Knoblauch, Klaus Reichelt, Josef Huber und Christl Mück sind nur einige derer, die die Geschichte des Vereins in den vergangenen 50 Jahren geprägt haben. Dabei zeigen nicht nur die Mücks, dass sich Familien oft über Generationen in der Inntalia engagiert haben. Auch die heutige Präsidentin Zellhuber war schon als Kind in der von ihrer verstorbenen Mutter Christl Penzenstadler geleiteten Kindergarde aktiv. Nur zweimal – 1973 und 1986 – gab es weder Prinzenpaar noch Garde. Die Tänzerinnen waren ursprünglich eine Abteilung im TSV Mühldorf, wechselten dann zur Inntalia und tanzten sich in ihrer Hochzeit zu mehreren Titeln. Zum Jubiläumsjahr kann Inntalia-Präsidentin Zellhuber übrigens ziemlich entspannt auf den Faschingsauftakt am kommenden Samstag schauen: Anders als in vielen früheren Jahren hat sie schon vor Wochen ein Prinzenpaar gefunden. Auch die Regenten der Kindergarde stehen bereits fest. Was sich indes nicht geändert hat: Wer die neuen Prinzen sein werden, verraten die Inntalia-Verantwortlichen natürlich nicht. Foto hon