München – Eine Initiative aus München regt die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten an. Künftig soll es nach dem Willen des Landtagsabgeordneten Michael Piazolo (Freie Wähler) möglich sein, dass Geschäfte in Bayern werktags bis 22 Uhr öffnen dürfen. Bisher ist um 20 Uhr Ladenschluss. An den verkaufsfreien Sonntagen soll sich nichts ändern, sagte Piazolo unserer Zeitung. Die FDP in Bayern unterstützt die Idee auf Nachfrage, die Grünen zeigen sich offen für eine Debatte. Die SPD lehnt den Vorschlag dagegen ab, auch die CSU sieht keinen Bedarf an längeren Öffnungszeiten. Mit den Freien Wählern ist Piazolos Vorschlag noch nicht abgestimmt.
„Die Lockerung des Ladenschlusses wäre eine spürbare Erleichterung für alle, die länger arbeiten und danach noch einkaufen müssen“, sagte der Münchner Abgeordnete. Sie wäre eine „maßvolle Anpassung“ an die gesellschaftliche Lebenswirklichkeit und könnte Innenstädte beleben. Arbeitnehmerrechte dürften dadurch aber nicht eingeschränkt werden.
Ähnlich strikt wie in Bayern ist der Gesetzgeber nur im Saarland. Nach aktuellen Regeln dürfen Geschäfte montags bis samstags von 6 bis 20 Uhr öffnen. Ob dieser Zeitrahmen ausgeschöpft wird, entscheidet der Händler. Vor der Festlegung der aktuellen Regelung im Jahr 2003 hatte es eine lange Debatte in Bayern um den Ladenschluss gegeben. Erleichterungen für Käufer stehen Mehrbelastungen für die Angestellten im Einzelhandel gegenüber. Der Handelsverband ist laut Sprecher Bernd Ohlmann in der Frage gespalten.
Klar ist derweil, dass in diesem Jahr an Heiligabend einige Geschäfte bis 14 Uhr öffnen können, obwohl der 24. Dezember auf einen Sonntag fällt. In Bayern gilt dafür eine Sonderregelung für Blumenläden, Tannenbaum-Verkäufer und Supermärkte. Der Discounter Aldi teilte aber mit, an Heiligabend nicht zu verkaufen. Penny und Rewe halten ihre eigenen Filialen geschlossen, selbstständige Kaufleute dürften frei entscheiden. Genauso ist es bei Edeka. Lidl hat sich bislang nicht geäußert. dor/ser