Haag – Informationen aus erster Hand gab es eineinhalb Stunden lang auf der Bürgerversammlung. 79 Interessierte erkundigten sich bei zwölf Fragen über die aktuelle Gemeindepolitik im Haager Bürgersaal. Der Schwerpunkt lag auf der Münchener Straße. Eine Frage betraf die Umleitungen wegen den Bauarbeiten in der Münchner Straße. Damit solle ab Ende November Schluss sein, so Bürgermeisterin Sissi Schätz. Andreas Grundner, Leiter des Bauamts, berichtete, dass aktuell die Ampelanlagen und die neue Beschilderung gesetzt würden. Intensiv bearbeite man den Unterbau des Kreisverkehrs an der Rosenberger Straße. Man wolle ihn in diesem Jahr noch fertigstellen. „Wenigstens eine Hausnummer“ wollten die Anlieger zur Höhe der zu erwartenden Kosten erfahren. Dazu gab es keine Zahlen. Die Fahrbahn finanziert der Staat, Gehwege, Entwässerung, Beleuchtung und Überquerungen gehen zu Lasten der Bürger. Zu dieser Maßnahme gehöre auch die folgende Sanierung der Hauptstraße, für die noch keine Planung vorliege, erklärte Bürgermeisterin Sissi Schätz. Dann würden nach Eingang der letzten Rechnung die Gesamtkosten ermittelt. Kritisch bemerkte CSU-Chef Ludwig Schletter, dass die ursprünglich auf 900 000 Euro geschätzten Kosten jetzt auf 3,4 Millionen gestiegen seien. Davon habe Haag 1,5 Millionen zu schultern. Noch schwieriger werde sich die Erneuerung der Hauptstraße gestalten. Da sei wohl erneut eine Kostenüberschreitung zu befürchten. Bezüglich der Kosten führte die Bürgermeisterin die gestiegenen Baupreise an, den erhöhten Planungsumfang und die Entsorgung der Altlasten an. „Wir wollen alles transparent darlegen. Die Ausgaben für die Hauptstraße hängen von den Planungen ab“, so Schätz. Bedenken hegte Gerhard Kramer vom Geschichtsverein wegen der Schlosshofgestaltung. Er warnte vor „radikalen Maßnahmen“, unter anderem bezüglich der Führung der Theaterstufen: „Das Flair wird zerstört.“ Schätz beschwichtigte: Nur geringste Eingriffe seien hier erlaubt. Man müsse sich nach den Vorgaben richten. Weitere Sorgen der Bürger betrafen die Verlegung des Containerstandortes an der ehemaligen Post, ausfallende Straßenleuchten, parkende Lastwagen und Hochwasserschutz. Baureferent Stefan Högenauer (CSU) mahnte die einzigartige Gelegenheit an, aus Hallenbad und Turnhalle eine neue moderne Anlage zu erstellen: „Ein Neubau käme nicht teurer.“ An erster Stelle stehe die Sanierung, so Sissi Schätz. Dieser Standard käme einem Neubau gleich, wie man an der Grundschule sehe. Ein Neubau bleibe aber nicht ausgeschlossen. Nur weil angeblich nichts passiere, sei die Tempo-30-Zone für die Raunbachstraße abgelehnt worden, so ein Anwohner. Es habe aber einige Zwischenfälle gegeben und es gäbe keine Überquerungshilfe. Dazu bemerkte Polizeichef Dirk Schreyer, dass der Antrag noch mal geprüft werde. Er lobte bei der Gelegenheit die Zusammenarbeit bei Veranstaltungen. Haag sei „für Polizeiverhältnisse“ ruhig. Trotzdem wolle man mehr Präsenz zeigen: „Zwei neue Kollegen wurden eingestellt“, erklärte er. In 44 Minuten präsentierte Bürgermeisterin Sissi Schätz die aktuellen Gemeindedaten. Erfreulich nannte sie dabei den Anstieg des Haushaltsvolumens und den Rückgang der Pro-Kopf-Verschuldung. Unter dem Punkt „Investitionen“ hob sie neben der Münchener Straße den Schlosshof für 500 000 Euro, Hallenbad mit Turnhalle für sechs Millionen und die Erweiterung des katholischen Kindergartens, der dann über 48 Krippen- und 190 Kindergartenplätze verfüge, heraus. Ihr Dank galt „allen, die sich in unserer Gemeinde engagieren“.