Tarifreform des MVV wackelt

von Redaktion

Münchens OB Dieter Reiter hält Umsetzung zum Fahrplanwechsel 2018 für schwierig

München – Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hält den Zeitplan der Tarifreform des Münchner Verkehrsverbunds (MVV) für schwierig. Die Reform hätte zum Fahrplanwechsel 2018 greifen sollen. Doch bei der Preisgestaltung sind sich die Gesellschafter des Tarifverbunds uneins, wie gestern im Münchner Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft deutlich wurde. Bis zur Gesellschafterversammlung am 24. November wird sich wohl keine Einigung erzielen lassen. Das könnte die Umsetzung der Reform bis ins Jahr 2019 verzögern. Die Entscheidung ist wegen der vielen Pendler auch für das Münchner Umland bedeutend.

Grundsätzlich einig sind sich Stadt, Freistaat und die acht Verbund-Landkreise darüber, dass das Tarifsystem übersichtlicher gestaltet werden soll. Es ist geplant, die bisherigen 16 Ringe durch acht Kreise zu ersetzen. Dabei sollen die Ringe 1 bis 4, die derzeit die Stadt München umfassen, unter einem einheitlichen Zeitkarten-Tarif zusammengefasst werden. Der ist auch weiterhin gewünscht, aber zu teuer für all jene, die bisher nur ein Ticket für die Ringe 1 bis 2 brauchten. Für den Einheits-Tarif ist mit 64,50 Euro kalkuliert worden, das Abo für die Ringe 1 bis 2 kostet zehn Euro weniger. MVV-Chef Alexander Freitag sagte, dass eine rasche Entscheidung notwendig sei. Denn der Verkehrsverbund brauche Zeit, um Ticketautomaten und Kassensysteme auf die neuen Preise und Tarife umzustellen.

Auch die Debatte um ein Sozialticket könnte den Zeitplan kippen. Das Angebot für hilfeberechtigte Menschen gibt es bislang nur für die Stadt und den Landkreis München, jeweils finanziert durch die Kommunen. Nun soll es im gesamten Verbund eingeführt werden. Dafür müssen alle acht Landkreise zustimmen. Nicht alle wollen aber dafür bezahlen. „Mit den Landkreisen wird es keine Einigung geben, wenn das Ticket nicht über die Fahrpreise finanziert wird“, sagte Reiter. ska

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