Oldenburg – Der verantwortungsvolle Umgang mit persönlichen Daten im Internet muss aus Sicht von Datenschützern von klein auf gelernt werden. Im Schulunterricht brauche es dazu deutlich mehr Aufklärung, sagte die Vorsitzende der Datenschutz-Konferenz von Bund und Ländern, Barbara Thiel. Nötig sei ein verpflichtendes Fach, das Medienkompetenz vermittele, forderte Thiel vor Beginn der Tagung der Datenschutzbehörden, die gestern in Oldenburg begann.
Auch Erwachsene müssten besser über die Risiken eines freizügigen Umgangs mit ihren Daten informiert werden, warnte sie. Die digitale Sorglosigkeit gehe durch alle Altersgruppen und Bevölkerungsschichten, sagte Thiel, die Landesbeauftragte für den Datenschutz in Niedersachsen ist. Die unabhängigen Datenschutzbehörden des Bundes und der Länder kommen routinemäßig zweimal im Jahr unter wechselndem Vorsitz zusammen. Damit wollen sie unter anderem eine einheitliche Anwendung des Datenschutzrechts in Deutschland erreichen.
Bei der Herbsttagung in Oldenburg wollen die Datenschützer auch über den Austausch von Fluggastinformationen beraten. Ziel sei ein Beschluss, der die Bundesregierung und den europäischen Gesetzgeber auffordert, Gesetzesvorhaben nachzubessern, erläuterte die Konferenz-Vorsitzende Thiel. Die Konferenzteilnehmer wollen zudem über künftige Arbeitsweisen beraten. Mit der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung erhielten die Datenschutzbehörden ab Mai mehr Macht und könnten Verstöße effektiver ahnden, sagte Thiel.