Asylbewerber handeln mit Drogen

von Redaktion

Rosenheim/Traunstein – Asylbewerber, die von ihren Unterkünften aus munter mit Drogen handeln – ein weiteres Problem, das die Polizei vermehrt bekämpfen muss. In Traunstein startet jetzt ein Prozess gegen sieben Pakistani, die mit dem Verkauf von Haschisch ein lukratives Geschäft im Landkreis Rosenheim betrieben haben. Der Prozess, der am Dienstag beginnt, geht auf eine Großrazzia in mehreren Asylbewerberunterkünften im April zurück. Damals klickten die Handschellen in Raubling, Neubeuern, Rohrdorf und Memmingen. Festgenommen wurden sieben Flüchtlinge aus Pakistan. Seither sitzen die sieben jungen Männer im Alter von 21 bis 39 Jahren in Untersuchungshaft, verteilt auf Gefängnisse in Traunstein, München, Bad Reichenhall, Landshut, Kempten und Augsburg. Ihnen wird bandenmäßiger Drogenhandel vorgeworfen teilweise in besonders schwerem Fall und gewerbsmäßig betrieben. Bereits drei Monate vor der Großrazzia hatte die Polizei einen weiteren Pakistaner festgenommen, der in Brannenburg Drogen an Kinder verkaufte. Eine 13-jährige Schülerin hatte sich zusammen mit ihrer gleichaltrigen Freundin der Mutter anvertraut. Der 27-jährige Asiate soll wiederholt Schüler mit Cannabis versorgt, teilweise auch Mädchen sexuell belästigt haben. Nach umfangreichen Ermittlungen schwärmten die Drogenfahnder dann am 11. April mit sieben Haftbefehlen in der Tasche aus. Drei Pakistani (21, 29 und 31 Jahre) nahmen sie in einer Unterkunft in Raubling fest, zwei in Rohrdorf (35 und 39 Jahre) sowie je einen Tatverdächtigen in Neubeuern (24) und Memmingen (30). Bei der Razzia stellte die Polizei in den Räumen der Angeklagten auch eine Menge Haschisch sicher. Zwei weitere vorläufig festgenommene Tatverdächtige wurden wenig später wieder freigelassen. Die Ermittler kamen zu dem Ergebnis, dass die Pakistani einen schwunghaften Drogenhandel betrieben haben – mindestens seit Sommer 2016. Die Haschischplatten sollen sie sich zum Preis von vier Euro pro Gramm in München und Berlin besorgt haben. Bis zum Weiterkauf – in der Regel für zehn Euro pro Gramm – versteckten die Männer das Rauschgift in ihren Zimmern in den Unterkünften in Raubling, Neubeuern und Rohrdorf. Die Bande war wohl hierarchisch gegliedert. Als Kopf sehen die Ermittler das jüngste Mitglied: Der 21-jährige Asylbewerber, der in einer Containersiedlung in Raubling wohnte, soll unter anderem das Geld für die Drogenankäufe beschafft haben. Eine Stufe unter der Chefetage dürften sich die beiden 31- und 30-jährigen Angeklagten befunden haben, die sich laut Anklage um Organisation und Verteilung kümmerten und Kurierfahrten übernahmen. So soll laufend „neue Ware“ in den Unterkünften eingetroffen – jede Woche mehrere Kilo Haschisch. Die Drogen sollen dann in Kleinmengen im Grammbereich oder plattenweise weiterverkauft worden sein. Unterm Strich kommen in den Ermittlungsakten mehrere hundert Delikte zusammen: das Verkaufen, Besorgen oder Aufbewahren von Drogen. Der Prozess, der am Dienstag beginnt, wird sich lange hinziehen. Angesetzt sind am Traunsteiner Landgericht zehn Verhandlungstage, der letzte am 12. Januar. Bild: In dieser Asylbewerberunterkunft in Raubling wurden im April drei Pakistani festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, mit Drogen gehandelt zu haben. Foto Reisner

Von Ludwig Simeth

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