Berlin – Deutschland hat weltweit mit die höchsten Gesundheitsausgaben. Mehr als Deutschland mit 11,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) geben etwa die Schweiz (12,4 Prozent) und die USA (17,2 Prozent) aus, wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Freitag in Berlin zu ihrem Ländervergleich 2017 mitteilte. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 9,0 Prozent vom BIP. Die Ausgaben allein der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland belaufen sich derzeit auf fast 230 Milliarden Euro. Die Türkei liegt bei den Gesundheitsausgaben im OECD-Vergleich mit 4,3 Prozent vom BIP am unteren Ende der Skala.
Man kann in Deutschland aber noch einiges verbessern. Der Report stellte heraus, dass mehr Eingriffe im Krankenhaus ambulant erledigt werden könnten. Ebenso sollten nicht notwendige Eingriffe reduziert werden. Zudem wird ein hoher Verbrauch von Arzneimitteln kritisiert.
Der Bericht zeigt auch: Von den Gesundheitsrisiken – Rauchen, Trinken, zu viel Essen – sind die Deutschen besonders betroffen. Trotz intensiver Bemühungen der Bundesregierung liegt Deutschland mit 20,9 Prozent Rauchern über dem Durchschnitt (18,4 Prozent der Erwachsenen). Die Deutschen trinken im Jahr 11 Liter reinen Alkohol (Durchschnitt: 9). Die Türken trinken 1,4 Liter, die Belgier 12,6. Und die Japaner sind am schlanksten: nur 3,7 Prozent der dortigen Bevölkerung ist fettleibig. In den USA sind es 38,2 Prozent. Deutschland liegt bei 23,6 Prozent (Durchschnitt: 19,4).