wirtschaft

Ford flitzt allen davon

von Redaktion

Köln / Kolbermoor / Wasserburg / Mühldorf – Über 21 000 Pkw-Zulassungen und damit 13 Prozent Wachstum allein im Oktober: Bei Ford herrscht Jubelstimmung. Warum ist die Marke so beliebt und was sagen die Ford-Händler aus der Region dazu? Die Auto-Marke mit dem blauen Oval boomt. Ford Deutschland meldet allein für Oktober dieses Jahres 21 277 Pkw-Zulassungen, was einem überdurchschnittlichen Wachstum von 12,8 Prozent entspreche, oder einem Plus von 2 411 Fahrzeugen verglichen mit dem Ergebnis vom Oktober 2016. Pkw-Zulassungen anderer Hersteller dagegen seien im Oktober nur um 3,9 Prozent gestiegen. Ford kommt mit seiner Kölner Herstellung im Oktober auf einen Marktanteil von 7,8 Prozent. Besonders stark verkauft sich derzeit der neue Fiesta, der im Oktober über 5 000 Mal vom Parkplatz deutscher Autohäuser rollte. Bei der Auto Eder Gruppe am Standort Kolbermoor kann Verkaufsleiter Stefan Schenk den positiven Trend bestätigen: „Das hat mehrere Gründe. Zum einen konnte Ford bei den Händlern eine hohe Auslieferungsquote erfüllen. Aufgrund der Aufregung um Dieselfahrzeuge in der letzten Zeit gab es wesentlich mehr Zulieferungen von Ford.“ Zum Anderen profitiere die Marke vom hohen Bekanntheitsgrad, von ihrem Image und durch ihre zeitgemäßen Produkte. „Mit der Diskussion um das Für und Wider von Dieselfahrzeugen ist Ford als Hersteller klassischer Benziner nie in Verbindung gebracht worden.“ Der Fiesta sei tatsächlich mit das gefragteste Auto der Marke, während generell der Markt für Kleinwagen an Anteilen verliere, sagt Schenk. Was den Fiesta so attraktiv mache: „Er ist modern und vergleichsweise preiswert, die technische Ausstattung nähert sich immer mehr den Kompaktklassen an“, beschreibt Schenk die Vorteile des flotten Flitzers.

Schneller zum Parkplatz mit dem kompakten Fiesta

„Mittlerweile kann auch ein Fiesta über Assistenzsysteme verfügen, etwa Abstandswarner und andere Assistenten, die helfen, Unfälle zu verhüten.“ Für Fahranfänger sei der Fiesta ideal, aber er sei auch als Zweitauto für Familien gut nachgefragt. „Ältere Kunden schätzen, dass der Fiesta so kompakt ist und man leicht einen Parkplatz findet.“ Besonders beliebt seien bei Auto Eder die etwas sportlicheren „Performance“-Modelle und solche mit mehr Motor-Leistung. Schwarz, Weiß und Silber seien die bevorzugten Farben. Beim Thema Farbe kommt Ford seinen Kunden mit der „ST-Line“, die sich querbeet durch die Modelle zieht, entgegen: Hier gibt es die Möglichkeit, das Dach in einer anderen Farbe zu wählen. Das lieben zumindest die Ford-Kunden vom Autohaus Stauner in Mühldorf, wie Betriebsleiter Christian Hauser berichtet. Neben dem Fiesta seien aber auch der Ford Kunga und der „Ranger“ stark gefragt. Während es sich beim „Ranger“ um einen robusten Pickup handelt, gehört der „Kunga“ zu den SUVs. „Dieser Bereich legt Jahr für Jahr zu“, ist auch die Erfahrung bei Auto Eder. In der Wasserburger Niederlassung bestätigt dies Verkaufsleiter Andreas Göschl: „Der Kunga ist hier beliebt. Etwas mehr noch sein kleinerer Bruder, der Eco Sport.“ Er hat ein paar Vermutungen, warum die SUVs („Sport Utility Vehicles“), auch „Geländelimousinen“ genannt, sich so gut verkaufen: „Hier im ländlichen Einzugsgebiet schätzen die Leute den Fahrkomfort eines geländegängigen Autos bei den längeren Strecken.“

Käuferinnen wünschen mehr PS als früher

Auch bei jüngeren Käufern stünden sportliche SUVs hoch im Kurs. Die zeitlose Farbe Schwarz dominiere bei den Vorlieben, gefolgt von auffälliger Optik, wie etwa „Kirschrot-Metallic“. Weiß hingegen, vor wenigen Jahren noch ein Mega-Trend, sei total rückläufig. Aufgefallen ist Göschl der gestiegene Anspruch älterer Kunden, vor allem bei den Damen hinterm Steuer: „Sie wünschen sich heute mehr als noch vor ein paar Jahren PS-Stärke und eine gehobenere, technische Ausstattung, auch gerne Ledersitze.“ Ebenfalls ländlich ist das Autohaus Bichlmaier in Eiselfing verortet – entsprechend unterscheiden sich die Kundenwünsche von denen in der Stadt. Hier kauft gern die „Ü 30“-Klientel, wie Ingrid Bichlmaier erzählt, eine klare Farb-Vorliebe kann sie nicht feststellen. Beliebt sind bei Bichlmaier Modelle mit höherem Einstieg, beispielsweise der „B-Max“. Gern gekauft sind in Eiselfing auch die sogenannten „händlereigenen Zulassungen“ (siehe Infokasten). Was sie von ihren Kunden zu hören bekommt, ist die große Skepsis gegenüber Dieselfahrzeugen. „Wir stellen auch in unserer Werkstatt fest, dass die Benziner mittlerweile die robusteren Fahrzeuge sind, früher war das ja nicht immer so.“

Artikel 1 von 11