Straßburg – Die EU-Kommission will eine stärkere Angleichung der Bildungssysteme in allen Mitgliedsstaaten bis 2025. Vor dem Sozialgipfel in Göteborg stellte sie am Dienstag Pläne für eine sogenannte Europäische Bildungszone vor. Zu den Zielen gehören die gegenseitige Anerkennung von Schul- und Studienabschlüssen, eine Zusammenarbeit bei Lehrplänen, die Verbesserung von Computer- und Sprachkenntnissen sowie die Förderung des lebenslangen Lernens.
Die Vorschläge sollen am Freitag beim Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs diskutiert werden. Dort geht es eigentlich um eine Stärkung des Arbeitsmarkts und einheitliche Sozialstandards.
Kommissionsvize Jyrki Katainen betonte aber die Bedeutung von Bildung in einer sich wandelnden Arbeitswelt. „Arbeit ist die beste Sozialpolitik“, sagte er in Straßburg. „Aber Bildung macht vieles möglich.“ In vielen Mitgliedsstaaten sei Bildung noch nicht Priorität, und die Standards seien nicht überall gleich. Er räumte allerdings ein, dass für das Thema nicht die EU, sondern die Mitgliedsstaaten zuständig seien.
Künftig sollen nach den Plänen der EU-Kommission nicht nur Umzüge mit Kindern von Berlin nach Baden-Württemberg problemlos möglich sein, sondern auch von Sofia nach Kopenhagen oder von Rom nach Warschau. „2025 sollten wir in einem Europa leben, in dem Lernen, Studieren und Forschen nicht von Grenzen behindert werden, sondern wo der Aufenthalt in anderen Mitgliedsländern zum Studieren, Lernen oder Arbeiten die Norm ist“, sagte Katainen.