Neuer Anspruch auf Kinderbetreuung

von Redaktion

Jamaika will Versorgung für Grundschüler stärken – Kommunen skeptisch

Berlin – Im Fall der Bildung einer Koalitionsregierung wollen Union, FDP und Grüne Grundschülern einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung gewähren. Das Ziel hätten die Unterhändler bei ihren Beratungen über die Familienpolitik grundsätzlich festgehalten, berichten mehrere Medien. Uneinig seien sich die Verhandlungspartner aber noch bei der Umsetzung. So wollen FDP und Grüne im Gegenzug das Kooperationsverbot von Bund und Ländern in der Bildungspolitik kippen – der Bund will mehr Mitsprache.

Nach den aktuellsten Zahlen für das Schuljahr 2015/2016 nehmen bundesweit rund vier von zehn Schülern eine Ganztagsschule in Anspruch. Um bis 2025 für 80 Prozent der Schüler einen Ganztagsschulplatz anzubieten, müsste die Politik weitere 3,3 Millionen Ganztagsplätze schaffen. Kritiker halten das kaum für machbar. Laut Studie würden jährlich allein 2,6 Milliarden Euro an Personalkosten anfallen. Uwe Brandl, Präsident des Bayerischen Gemeindetags, nannte das ein „Versprechen auf Kosten anderer Kassen“. Die Kommunen könnten den Rechtsanspruch nicht erfüllen. Neben dem finanziellen Aufwand brauche es 50 000 Lehrer und Erzieher, die es nicht gebe.  ja/dpa

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