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Abschied von Gert Graedler

von Redaktion

Wasserburg – Jahrzehntelanger leidenschaftlicher Einsatz für die Natur und damit verbunden eine bessere Lebensqualität in der Stadt prägten die Jahresversammlung der Ortsgruppe des Bund Naturschutzes Wasserburg. Nach insgesamt 24 Jahren an der Spitze stand der bisherige Vorsitzende Gert Graedler nicht mehr zur Verfügung, sein Nachfolger ist Max Finster. „Das ist heute zweifellos eine ganz besondere Versammlung, denn anstatt auf nur ein Jahr zurückzublicken, ziehen wir eine ausführliche Bilanz von unseren Anfängen bis heute“, leitete Gert Graedler seinen Bericht ein. Von 1983, dem Jahr der Gründung der Wasserburger Ortsgruppe, bis 1991 und schließlich von 2001 bis heuer stand er an der Spitze. „Zusammen mit unseren vielen engagierten Mitstreitern haben wir stets versucht, für unsere Heimatstadt etwas Gutes zu tun.“ Damals, vor mittlerweile 34 Jahren, sei das große Thema Waldsterben in aller Munde gewesen und nur kurz darauf habe die Atomkatastrophe von Tschernobyl die Menschen wachgerüttelt: „Es herrschte Aufbruchsstimmung und der weiterhin unverändert gültige Grundsatz eines maßvollen Wirtschaftens mit der Natur und nicht gegen sie stellte unsere Motivation dar.“ Auch angesichts der rasanten Ausbreitung von Gewerbe- und Wohngebieten in und um Wasserburg hatte Joe Prantl 1983 eine Gruppe Naturbegeisterter um sich geschart und den Bund Naturschutz in Wasserburg mit Gert Graedler als Vorsitzenden ins Leben gerufen. Dieser verwies stolz auf die heute rund 400 Mitglieder und dankte anlässlich seines Abschieds nicht nur den treuen Wegbegleitern, Vorstandskollegen und Vereinsmitgliedern, sondern auch den anwesenden Vertretern der Stadt sowie der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt für die gute Zusammenarbeit und Aufgeschlossenheit für alle Belange des Natur- und Umweltschutzes. „Wir Menschen sind nicht weniger als ein fester Teil dieser Natur, und wer sie schützt, der schützt auch die Menschen“, betonte Graedler. So waren es dann auch zahlreiche Beispiele und Erfolge aus seiner Amtszeit, die er aufzählen konnte. Zehntausende gerettete Kröten, die Aktion „Splitt statt Salz“, Schutz von Fledermäusen, Kiebitzen, Schmetterlingen und Vögeln, Wildblumenflächen als Lebensräume für Insekten, die Schaffung neuer Biotope und der leidenschaftliche Kampf für das Naturschutzgebiet Kesselsee oder den Erhalt des Wuhrtals – alles stets ehrenamtlich in der Freizeit. Umso erfreulicher sei aktuell der weiter steigende Zuspruch für die als wichtige Nachwuchsschmiede initiierte Familiengruppe, so der scheidende Vorsitzende des Wasserburger Bund Naturschutz.. Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl würdigte die Verdienste des scheidenden Vorsitzenden und übergab Gert Graedler unter lautem Applaus eine nach ihm benannte Linde, für die im Stadtgebiet jetzt eine schöne Stelle gesucht werden soll. Das Ehrenabzeichen des Bund Naturschutzes in Gold überreichte der BUND-Kreisgruppen-Vorsitzende Peter Kasperczyk. Ebenfalls zuteil wurde diese besondere Auszeichnung von Kaspercyk der bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Josefine Weigel. Bei den anschließenden Wahlen sprachen sich die Mitglieder ohne Gegenstimmen für Max Finster als neuen Vorsitzenden für die kommenden zwei Jahre aus. Der Viehhauser, beruflich in der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Ebersberg tätig, zeigte sich auch gleich hoch motiviert: „Es lohnt sich, für diese wunderbare Heimat und unsere Landschaft zu kämpfen. Schließlich haben wir auch eine Verpflichtung gegenüber unseren Kindern und Enkelkindern.“ Neuer Stellvertreter ist nun Tim Rebhan, im Amt des Schriftführers folgt Burkhard Martl auf Marianne Sterr. Weitere neue Gesichter als Beisitzer im ansonsten bestätigten Vorstandsteam der Wasserburger Gruppe sind Rafael Dengler, Jochen Sakanek und Vroni Westenrieder.

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