Bernau – Das Foyer und die Gänge im Bernauer Rathaus sind bereits zum siebten Mal ein Kunstraum auf Zeit. Nach einem sehr ereignisreichen Jahr zeigt der Bernauer KunstKreis seine dritte Jahresausstellung. Für die Vernissage hatte sich der Künstler Hans Schöllhammer einiges einfallen lassen. Bernau – Dicht gedrängt standen die Gäste im großen Sitzungssaal, als Hausherr und Bürgermeister Philipp Bernhofer sichtlich stolz berichtete, was in seinem Rathaus alles auf dem Kultursektor passiert. Mittlerweile werde das Gebäude immer wieder zur Kunsthalle für Veranstaltungen aller Art, bei literarischen Abenden im Foyer oder Sitzungssaal zur Lesehalle – musikalische Auftritte noch gar nicht eingerechnet. Er freue sich, nun wieder das Rathaus den Künstlern für ihre Werke zur Verfügung zu stellen. Für den KunstKreis geht, wie Marah Strohmeyer-Haider berichtete, ein sehr intensives Jahr zu Ende. Neben der Bernauer Sommerausstellung „Wasserspiele“ und den Skulpturen im Kurgarten sei es durch Vermittlung von Corinna Brandl gelungen, bei zwei Gemeinschaftsaktionen Werke in der Innsbrucker „Galerie Kass“ und der „Galeria Merlino“ in Florenz zu zeigen. Daraus entstand dann auch das Motto der diesjährigen Ausstellung „Da Bernauer KunstKreis auf Reisn is wieda dahoam“. Jeder Künstler habe seine Eindrücke verarbeitet – entweder mit Gedanken zu den Reisen oder dank seiner Freude daheim. Um den Jahresabschluss gebührend zu begehen, hatte Hans Schöllhammer drei befreundete bayerische Schauspieler für die Vernissage nach Bernau geholt. Die Münchner Autorin und Schauspielerin Corinna Binzer – sie spielt in den „Rosenheim Cops“ und im „Komödienstadel“ – hatte eine Kostprobe von „Sepp Sturm“, dem Protagonisten ihrer bayrischen Geschichten, über das beobachtete und gelebte Leben, mitgebracht. Ihr Ehemann Sepp Schauer, der Chefportier Alfons Sonnbichler in „Sturm der Liebe“, las – passend zum Thema des Abends – eine Episode über eine Reise nach Italien. Mit viel Engagement schlüpfte er in die Rolle des Münchner Grantlers Sepp Sturm, der zusammen mit seiner Frau Anni einen Italienurlaub erlebt. Er beschrieb ausführlich, wie eine kunstvoll gearbeitete Handtasche in einem kleinen Laden diesen Urlaub prägte. Viele Lacher und nickende Zustimmung vom zuhörenden Publikum begleiteten seine Lesung. Der Münchner Schauspieler Marcus Grüsser, den man aus Roman-Verfilmungen von Rosamunde Pilcher und den „Rosenheim Cops“ kennt, hatte anschließend die Aufgabe, drei Bilder im Rahmen einer „Amerikanischen Versteigerung“ an den Mann oder die Frau zu bringen. Bei dieser Art der Versteigerung zählt nicht nur die Höhe des Angebots, sondern es wird eine Zeitspanne festgelegt, während der man einen Zettel mit seinem Gebot in einen Korb legen kann. Der letzte, der bei Ablauf der Zeit seinen Geldschein hinein wirft, erhält das Bild. Amerikanische Versteigerungen werden in der Regel zu Gunsten gemeinnütziger Zwecke durchgeführt – so auch in Bernau. Denn Corinna Binzer ist Botschafterin für das Projekt „Lichtblick – Hasenbergl“. Diese Initiative betreut Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen und bildungsfernen Familien im Münchner Stadtteil Hasenbergl und fördert zahlreiche Freizeit- und Bildungsprojekte. Vor allem beim letzten Bild ging es dabei richtig hoch her, als viele der Anwesenden kurz vor dem vermuteten Ertönen der Glocke noch das letzte Gebot einwerfen wollten. Insgesamt kamen so, aufgerundet von Auktionator Grüsser genau 1000 Euro für die gute Sache zusammen. gle