Rosenheim

Pater Richard legt Kutte ab

von Redaktion

Oberaudorf – Paukenschlag in Reisach: Pater Richard Basta wird das Kloster nicht nur zum Ende des Jahres verlassen, sondern auch dem Orden den Rücken kehren. Er folgt dem Ruf der Erzdiözese München und Freising. Seine Aufgaben als Pfarradministrator übernimmt Pater Matthäus Bochenski. Veränderungen gibt es zum Ende des Jahres im Pfarrverband Oberes Inntal sowie im Karmelitenkloster Reisach. Pater Richard Basta, der im September 2012 zusammen mit den Mitbrüdern Pater Slawek Chudzik und Pater Matthäus Bochenski vom Teresianischen Karmel der Krakauer Ordensprovinz den Seelsorgedienst im Karmelitenkloster Reisach übernahm, verlässt zum 31. Dezember das Kloster Reisach und den Karmelitenorden. In der Gottesdienstordnung des Pfarrverbandes gab er die Entscheidung für seine Zukunft bekannt. Voraus ging ein Gespräch mit dem Provinzial der Krakauer Ordensprovinz, Pater Thaddäus Florek, das ihn zu dem Entschluss führte, den Karmelitenorden und das Kloster Reisach zu verlassen und sich in den Dienst der Erzdiözese München und Freising zu stellen. Die Aufgabe als Pfarradministrator übernimmt ab 2018 Pater Matthäus. In dem Schriftstück bat Pater Richard um Verständnis für seine Entscheidung und dankt allen, die ihn bei seinen Aufgaben im Pfarrverband tatkräftig unterstützt haben. Seinen Abschied wird Pater Richard am Samstag, 10. Dezember, um 19 Uhr, in der Klosterkirche Reisach mit einem Gottesdienst feiern. Pater Richard Basta stammt aus Südpolen und trat nach dem Knabenseminar der Karmeliten 1993 in den Orden der Unbeschuhten Karmeliten ein, studierte Philosophie und Theologie in Lublin und Krakau und wurde im Jahre 2000 in Wadowice, der Geburtsstadt des Seeligen Papst Johannes Paul II., zum Priester geweiht. Es folgten Seelsorgestationen im Kloster Linz und seit 2001 in München-Neuperlach in der Pfarrei „Philipp Neri“. Ab 2009 war er dann in der Stadtteilkirche „Christus Erlöser“ in München-Neuperlach, einer aus fünf Neuperlacher Pfarreien entstandenen Kirchengemeinde, tätig, und dort auch für Ministranten und Jugend zuständig. Seine Aufgaben im Pfarrverband Oberes Inntal waren zuerst Pfarrvikar in der Pfarrei Oberaudorf sowie ab 2013 Pfarradministrator. Pater Matthäus Bochenski, der designierte Nachfolger von Pater Richard als Pfarradministrator, stammt auch aus Polen und war bisher im Pfarrverband Kaplan in der Pfarrei Kiefersfelden. Pater Slawomir Chudzik ist weiter Prior im Karmelitenkloster Reisach und Pfarrvikar in der Kuratie Sankt Michael in Niederaudorf-Reisach sowie zuständig für pastorale Aufgaben in Klinikum Bad Trißl. Seit Sommer dieses Jahres gehört Pater Pawel Beben zu den Patres im Kloster Reisach. Er zählt auch zur Krakauer Provinz der Karmeliten. Geboren in Krakau, entdeckte er im zweiten Jahr seines Medizinstudiums den Karmel und trat bald ins Ordensleben ein. „Schon im Noviziat zum Konvent der Karmeliten der Krakauer Ordensprovinz habe ich die Notwendigkeit wahrgenommen, die Missionen zu unterstützen“, erklärt Pater Pawel seine Entscheidung. „Als Diakon und junger Priester war ich in der Krakauer Provinz der Karmeliten für den Kontakt mit unserer Mission in Burundi und Ruanda für die missionarische Animation zuständig.“ Burundi, ein Binnenstaat in Ostafrika, wurde im 19. Jahrhundert im Rahmen der Aufteilung Afrikas unter den europäischen Großmächten Deutschland zugeschlagen, der Kolonie Deutsch-Ostafrika unterstellt und als Residentur von 1884 bis 1916 geführt. Nach einem Aufenthalt in Afrika war Pater Pawel dann drei Jahre im Kloster Czerna, einem marianischen Wallfahrtsort bei Krakau. Von dort ging es wieder nach Afrika um dort im Land zwischen Vulkanen und Tanganjika-See acht Jahre lang, vor allem in Bujumbura, der Hauptstadt Burundis, zu arbeiten und zu wirken. Als die Zahl der heimischen Mitbrüder ausreichend war, so Pawel weiter, wurde er in die Slowakei geschickt, wo er weitere zwei Jahre gearbeitet habe. Pawel Beben: „Dann bat mich der Ordens-Provinzial, die Klostergemeinschaft in Reisach zu stärken.“ Ein Jahr in München im Karmelitenkloster St. Theresia nutzte er nach eigenen Angaben vor allem dazu, um seine Deutschkenntnisse zu vertiefen. al

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