chiemgau

Eigene Gemeindearchive

von Redaktion

Breitbrunn – Das Werk ist vollbracht: Die Gemeinden Breitbrunn, Gstadt und Chiemsee haben nun jeweils ein eigenes Archiv, ebenso die Verwaltungsgemeinschaft, in der diese drei Kommunen seit 1978 zusammengeschlossen sind. Die Sammlungen aufgebaut haben Franz Burghardt und Manfred Groß. Über Jahre hinweg haben sie die alten Akten gesichtet und die wertvollen von den wertlosen getrennt. Die neuen Archive stehen nun Heimatforschern und Wissenschaftlern zur Benutzung offen. Burghardt und Groß haben die Überlieferung geordnet und in sogenannten Findbüchern zusammengefasst, die nun den Benutzern zum Nachschlagen und Auffinden gesuchter Dokumente zur Verfügung stehen. Im Rahmen der jüngsten Sitzung der Räte der VG haben nun Burghardt und Groß diese „Repertorien“ symbolisch an die Bürgermeister der drei Gemeinden übergeben. Burghardt arbeitete in den vergangenen Jahren im Auftrag der Gemeinden Breitbrunn und Gstadt, ebenso für die VG, Groß für die Gemeinde Chiemsee. Über Jahre hinweg haben sie – wie Thomas Wagner von der Verwaltungsgemeinschaft in einem Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung betonte – im Prinzip ehrenamtlich gearbeitet. Abgesehen von einer geringen Aufwandsentschädigung haben die beiden gemäß Wagner keine Bezahlung erhalten. Ein Glücksfall für die Gemeinde Breitbrunn ist Franz Burghardt. Der früherer Gemeinderat und Beamte im Wasserwirtschaftsamt Rosenheim befasst sich in seinem Ruhestand als Orts- und Pfarrarchivar intensiv mit der Geschichte seiner Heimatgemeinde. Unter seiner Mithilfe ist das Projekt „Ortschronik von Breitbrunn“ entstanden, das er mit unermüdlichem ehrenamtlichen Engagement verfolgt. 2012 hatte er den Auftrag erhalten, die Archive der Gemeinden Breitbrunn und Gstadt sowie der VG aufzubauen. Für die Gemeinde Chiemsee konnte man Manfred Groß auf der Fraueninsel gewinnen. Burghardt berichtete nun von den Arbeiten, die vom Entstehen der Archive, dem Aufbau einer gemeinsamen Registratur bis zur Aufnahme der Akten in die Archive reichten. „Wir haben über 900 Akten neu angelegt“, so Burghardt. Das Material sei gesichtet, gelesen und letztlich den Archiven zugeordnet worden. Bei der Gemeinde Breitbrunn ist das älteste Schriftgut der Haushalt aus dem Jahre 1828. Die Überlieferung der Gemeinde Chiemsee reicht sogar bis 1824 zurück. In der Gemeinde Gstadt ist das älteste Schreiben der Haushalt aus dem Jahre 1835. Und die Überlieferung der VG setzt ein im Jahr 1978 – damals, als sie entstand. Fast 200 Seiten umfassen die vier Findbücher der drei Gemeinden und der VG. Die Archive der Gemeinden Breitbrunn und Gstadt befinden sich im Keller des Rathauses in Breitbrunn, das von Chiemsee im Gemeindehaus auf der Fraueninsel. Letzteres umfasst auch die Geschichte, Kultur und Kunst der Insel. Im Rathauskeller befindet sich auch das Archiv der Schule Breitbrunn und der aufgelassenen Schulen von Gollenshausen und Frauenchiemsee. Noch im Aufbau ist das Archiv der Ortsvereine von Breitbrunn über die Geschichte, die Kultur und die Künstler. Franz Burghardt appelliert in diesem Zusammenhang an die Bürger, Fotos aus früheren Zeiten dem Archiv zu überlassen. Burghardt und Groß wünschen sich, wie sie betonten, dass die Archive sorgsam und gewissenhaft geführt werden. Die Räte der VG würdigten den außerordentlichen Einsatz der beiden Archivare. Die Vertreter der Gemeinden besichtigten anschließend die Archivräumlichkeiten im Rathauskeller. th/pü

Artikel 5 von 11