Ältere verzichten aus Scham

von Redaktion

Paritätischer: Viele machen Sozialleistungen nicht geltend

Berlin – Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert höhere Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung gegen Altersarmut. Dazu müsse das Rentenniveau auf 53 Prozent angehoben werden. Zudem müsse es gezielte Maßnahmen zur Bekämpfung von Altersarmut geben.

Laut einer Auswertung des Wohlfahrtsverbandes, die sich auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes beruft, sind Rentner immer häufiger von Altersarmut betroffen. Zudem hat laut Analyse die Zahl der Menschen, die Grundsicherung in Anspruch nehmen, zugenommen. Zum Jahresende 2005 hätten 630 000 Menschen die Leistungen erhalten, 2016 seien es rund eine Million Menschen gewesen. Vor allem bräuchten immer mehr Neurentner Grundsicherung als noch vor zehn Jahren.

Der Verband wies darauf hin, dass viele allerdings ihren Anspruch auf Sozialleistungen nicht geltend machten. Dies sei gerade bei älteren Menschen häufig der Fall. Sie verzichteten aus Scham, Unwissenheit oder Furcht auf die Wahrnehmung ihrer Rechte. Es sei davon auszugehen, dass zwei von drei, die Anspruch auf die Grundsicherung im Alter hätten, ihre Ansprüche nicht wahrnähmen, hieß es.

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den aktuellen Rentenversicherungsbericht beschlossen. Zugleich hat die Regierung die Beitragssatzverordnung 2018 beschlossen, mit der der Beitragssatz in der gesetzlichen Rentenversicherung aufgrund der gesetzlichen Vorgaben zum 1. Januar 2018 von derzeit 18,7 Prozent auf dann 18,6 Prozent abgesenkt wird.

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