landkreis Mühldorf

Das Jahr auf 58 Folien

von Redaktion

Neumarkt-St. Veit – 58 Folien in 58 Minuten. Im Minutentakt ließ Bürgermeister Erwin Baumgartner bei der Bürgerversammlung die Themenschwerpunkte des vergangenen Jahres Revue passieren. Er sprach über das Städteentwicklungskonzept, über die Erschließung von Wohngebieten, aber auch über Energie. „Prost Gmoa!“, mit einer Portion Heiterkeit läutete Neumarkt-St. Veits Bürgermeister Erwin Baumgartner die Bürgerversammlung im Fruhmannhaus ein. Es waren zunächst Zahlen aus der Statistik, die Baumgartner präsentierte. Zuzüge und Wegzüge hätten sich die Waage gehalten (366/367). Doch 89 Sterbefällen hätten nur 44 Geburten gegenübergestanden. 6204 Einwohner zählte die Stadt zum 20. November. „Wir haben um 133 mehr Arbeitsplätze! Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg um 54“, freute sich Baumgartner über diese Entwicklung. Zur Entwicklung zählt die Stadtentwicklung generell, wofür die Stadt ein Konzept erstellen ließ. Dieses soll als Leitlinie gelten sowie die Qualität eines lebendigen Stadtplatzes erhalten und stärken, stellte Baumgartner fest. Barrierefreie Umgestaltung, Grünkonzept und Beleuchtung brachte er hier als Schlagworte. Um das weitere konkrete Vorgehen zu besprechen sei die Stadt am 27. November zu Gast bei der Regierung von Oberbayern. Darauf folgt ein Bericht im Stadtrat, die Vorstellung eines Grobkonzeptes für die Umgestaltung des Stadtplatzes kündigte Baumgartner dann für das Frühjahr 2018 an. In diesem Zusammenhang kam Baumgartner auch auf die mögliche Gestaltung des Oberen Vormarkts am Oberen Stadttor zu sprechen, wofür ein mögliches Nutzungskonzept bereits im Bauausschuss besprochen worden sei. Der habe sich grundsätzlich für den Abriss des Geschäftshauses ausgesprochen, „eine Abbruchgenehmigung liegt auch schon vor“. Dem gegenüber stellte Baumgartner Sanierungskosten zwischen 700 000 und 800 000 Euro. Ein Zuschussantrag sei gestellt worden, Details würden noch mit der Regierung besprochen, ehe der Stadtrat schließlich final über die Zukunft des Geschäftshauses entscheidet. Ausführlich beleuchtete Baumgartner die Kinderbetreuung in der Stadt, informierte darüber, dass am städtischen Kindergarten eine Krippengruppe angebaut werde. „Derzeit laufen die Ausschreibungen und Submissionen.“ Die Bauzeit gab er mit Februar bis September 2018 an. In der Dezember-Sitzung werde der Stadtrat außerdem den Neubau eines Kinderhortes besprechen, der neben der Schule gebaut werden soll, und dafür den Architektenauftrag vergeben. Unter den Nägeln brennt Baumgartner die Erschließung von Radwegen. Während für den Radweg in Feichten der Grunderwerbsplan eingetroffen sei, hatte er keine guten Nachrichten für einen Radweg von der Weiherstraße bis nach Kinning an der St 2086. Dieser habe sich wegen Grundstücksproblemen zerschlagen. Ungewiss sei auch, ob die Sicherheitsstreifen auf innerörtlichen Straßen kommen. Es werde derzeit geprüft, ob diese sinnvoll sind. Stolz äußerte sich der Rathauschef zur Energiebilanz von Neumarkt-St. Veit. Der Stromverbrauch sei in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen, von 32 Millionen Kilowattstunden (2008) auf 25 Millionen (2015). Habe der Anteil von erneuerbaren Energien 2008 noch bei 11 Prozent gelegen, würden mittlerweile 98,4 Prozent des Stromverbrauchs durch erneuerbare Energien in Neumarkt-St. Veit erzeugt. Tendenz steigend, da erst vor Kurzem der Stadtrat dem Bau einer weiteren Fotovoltaikanlage bei Grafing seine Zustimmung erteilt hat. Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED, energetische Sanierung der Mittelschule und bald auch die notwendige Sanierung der Kläranlage, über die der Stadtrat im Februar 2018 entscheiden will, sind nur einige Beispiele des verantwortungsvollen Umgangs mit Energie in der Stadt. Für Elektrofahrzeuge wurde erst kürzlich eine Ladestation für Elektroautos am Stadtplatz installiert, Synergieeffekte erhofft sich die Stadt durch die Beteiligung am Energieeffizienz-Netzwerk mit anderen Kommunen. Auch Umweltschutz hat sich Baumgartner auf die Agenda geschrieben. Auch die Stadt sollte einen Beitrag zur Biodiversität leisten, meinte Baumgartner: „Der Aufwand in der Grünflächenpflege lässt sich reduzieren, wenn auf einzelne Mahddurchgänge verzichtet wird. Es kommen wieder mehr Pflanzen zum Blühen, was Vorteile für die Artenvielfalt bringt“, appellierte Baumgartner an die Zuhörer auf Unterstützung. Grünanlagen, Kreisverkehre oder Verkehrsinseln würden sich anbieten. Zusätzlich erwägt Baumgartner eine Kooperation mit dem Landschaftspflegeverband, ein Thema, das bald auch den Bauausschuss wieder beschäftigen werde. Zum Wohnungsbau teilte Baumgartner mit, dass alle Grundstücke am Galgenberg verkauft seien. Ein neues Baugebiet soll am Fürstenweg an der Alten Teisinger Straße entstehen. Außerdem hat die Stadt Grundstücke zwischen der Birkenstraße und der Bahnhofstraße erworben, die dem Wohnungsbau dienen sollen. Wie es mit dem Bau des Seniorenheimes hinter dem Schmidwirt durch die Balk-Gruppe weitergeht, vermochte Baumgartner nicht zu sagen. Baubeginn sollte im Frühjahr 2018 sein. Doch sei inzwischen der Bebauungsplan angefochten worden.

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