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Kino im Zehentstadel

von Redaktion

Haag – Der Gemeinderat ebnete einem neuen Haager Kino im Zehentstadel die weiteren Schritte. Das Nutzungskonzept zu Kino, Kleinkunst, Café, Nebenraum und Foyer wurde mit nur einer Gegenstimme beschlossen. Zur Fertigstellung wird es wohl zwei Jahre dauern. Das Kino nimmt konkrete Gestalt an. Erste Gespräche erfolgten zwischen Gemeinde und Kinobetreiber. Udo Rieger, städtebaulicher Berater Haags, erläuterte Einzelheiten. Für den Standort im Areal des Zehentstadels käme nur der Ostteil in Frage. Hier werde das ansteigende Gestühl zur Fensterfront Richtung Rathaus eingebaut. 80 Sitzplätze sind vorgesehen. „Der Raum mit einer Platzkapazität unter 200 Personen ist nicht als Versammlungs- stätte einzuordnen, aber als Sonderbau“ Udo Rieger Daneben soll eine kleine Bühne einbezogen werden. Eine Ergänzung findet sie mit der Kleinkunst in einem Nebenraum. Das Foyer falle recht großzügig aus. Die ideale Abrundung erhalten Kleinkunst und Kino mit einem Café, das bis hinaus auf den Marktplatz betrieben werden könne. „Einen Glücksfall“ nannte es Rieger, dass Haag hierfür einen interessierten Betreiber mit Konzept gefunden habe. Rainer Gottwald, Besitzer des Wasserburger Kinos „Utopia“ und möglicher Betreiber des künftigen Kinos in Haag, bezeichnete den Zehentstadel als prädestiniert für einen Kinobetrieb. Haag habe ja schon einmal über ein Kino verfügt. Das Café wolle er auch außerhalb der Kinovorführungszeiten öffnen. Am Wochenende werde er Kinderfilme zeigen. Das Angebot für die Jugend gestalte sich „etwas schwieriger“. Einbeziehen könne er nach Bedarf den Mehrzweckraum. Die Möglichkeiten für den Verkauf seien ebenfalls nicht eingeengt, so Gottwald. Baureferent Stefan Högenauer (CSU) erinnerte an die Investitionskosten. Es müsse aufgegliedert werden, was der Betreiber von der Gemeinde erwarte und was die Gemeinde vom Kinobetreiber angeboten bekomme. Zu bedenken gab er auch, dass gewisse Einrichtungen wie Toiletten und Heizung von der Gemeinde sowieso über-nommen werden müssten. Diese „Schnittstelle“ liegt nach Udo Rieger vor. In die Berechnungen müsse die Pacht einfließen. Optimale Möglichkeiten biete nach Ansicht des Städteplaners der Zehentstadel, für den noch nicht einmal alle Bereiche „überplant“ seien. Ausweichen und Vergrößern würfen keine Probleme auf. Das Kino in Dorfen mit 50 Sitzplätzen wolle beispielsweise erweitern und könne nicht. Kino gelte heute als Bildungsauftrag für die Schulen, wofür die Schulkinowoche in Wasserburg als Beispiel zitiert wurde. Weitere Fragen betrafen das Zubauen der Fenster zur Verdunkelung und die Fluchtwege. Es handelt sich dabei nach Rieger um Trockeneinbauten, die auch wieder ausbaubar seien und die Auflagen des Denkmalamts erfüllten. Der Brandschutz sei noch nicht geprüft. Die Beantwortung der Kostenfrage setze eine Planung zum Baulichen, Technischen und zur Ausstattung voraus. „Der Raum mit einer Platzkapazität unter 200 Personen ist nicht als Versammlungsstätte einzuordnen, aber als Sonderbau“, so Rieger. Bei der Verwirklichung werde man wohl in einzelnen Abschnitten vorgehen. Den zeitlichen Rahmen fragte Christian Mangstl (CSU) nach. Die Realisierung beansprucht nach Architekt Udo Rieger mindestens zwei Jahre. An die ursprüngliche Beschlussfassung erinnerte Dr. Bernhard Grabmeyer (Freie Wähler). Zunächst sei eine Mehrzweckhalle für Sport und Unterhaltung geplant gewesen. Das dürfe nicht in Vergessenheit geraten. Die Befürwortung für das Projekt im Haager Gemeinderat erfolgte schließlich mit 17 gegen eine Stimme.

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