Weiter Streit um Rohingya

von Redaktion

Vorerst keine Rückkehr erlaubt – Papst beginnt Reise

Dhaka – Die nach Bangladesch geflohenen Rohingya sollen nach ihrer Rückführung nach Myanmar nicht gleich in ihre Heimat gelassen werden. Die Menschen würden zunächst in Notunterkünften nahe ihrer früheren Dörfer untergebracht, sagte der bengalische Außenminister Abul Hassan Mahmood Ali. Anschließend könnten sie in ihre Häuser oder einen nahegelegenen Ort ihrer Wahl.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen sprach bei dem Abkommen von Augenwischerei. „Denn die Rückkehrer sollen in Burma (Myanmar) in Lagern zusammengefasst werden, in denen auch weiterhin Apartheid praktiziert werden soll“, erklärte die Gesellschaft am Sonntag mit Blick auf die Gewalt gegen muslimischen Rohingya in dem buddhistischen Land.

Seit August waren nach Angriffen muslimischer Rebellen auf Polizeiwachen und einem folgenden Militäreinsatz gegen die Minderheit etwa 620 000 Rohingya über die Grenze nach Bangladesch geflohen. Dem Militär Myanmars werden dabei Vergewaltigungen, Tötungen und Brandstiftung vorgeworfen. Viele Organisationen und Regierungen – darunter die Vereinten Nationen und neuerdings auch die USA – werfen Myanmar eine „ethnische Säuberung“ vor.

Papst Franziskus wird am Montag zu einem Besuch im vorwiegend buddhistischen Myanmar eintreffen und seine Reise am 2. Dezember in Bangladesch beenden. Beobachter nehmen an, dass Franziskus die internationale Aufmerksamkeit auf den Konflikt richten will. Die Reise ist umstritten.

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