CSU regelt Seehofers Nachfolge

von Redaktion

Fraktion wählt Spitzenkandidaten für 2018 schon am Montag – Söder ist Favorit

München – In der CSU steht eine schnelle Entscheidung über die Nachfolge von Ministerpräsident Horst Seehofer an. Nach Informationen unserer Zeitung verständigte sich die Spitze der Landtagsfraktion am Abend darauf, in einer Sondersitzung am Montagmorgen den Spitzenkandidaten zur Wahl 2018 zu wählen. Die Abgeordneten favorisieren bisher offenbar klar Finanzminister Markus Söder.

Das Vorgehen deutet darauf hin, dass Seehofer sein Amt als Ministerpräsident spätestens 2018 abgeben will. Er steht nach der ungünstigen Bundestagswahl parteiintern erheblich unter Druck. Nach unbestätigten Angaben akzeptiert er den Zeitplan der Fraktion.

Mehrere Abgeordnete hatten am Dienstagabend kurzfristig den Druck auf Seehofer erhöht. Sie fürchteten, bei der Personalauswahl übergangen zu werden. Ernst Weidenbusch (München-Land) reichte einen Antrag ein, schnellstmöglich – bereits in der heutigen Sitzung der Landtagsfraktion – in geheimer Wahl einen Spitzenkandidaten zu küren. In einer zweiten Abstimmung sollten die Abgeordneten festlegen, ob Seehofer vorzeitig das Amt an den Spitzenkandidaten abgeben soll. Weidenbusch zeigte sich massiv verärgert über das Taktieren Seehofers vergangene Woche, als er morgens eine Annäherung an Söder sowie die Bereitschaft zum Teilrückzug vermeldet, abends aber wieder alles einkassiert hatte. „Ich habe mich veräppelt gefühlt. Das gehört zu den Dingen, die ich nicht mag“, sagte Weidenbusch unserer Zeitung.

Falls die Abstimmung erst am Montagmorgen stattfindet, bietet das Seehofer die Möglichkeit, bis dahin die weiteren Personalien in der Partei zu ordnen. Er will über einen Wechsel in die Bundesregierung nachdenken – in diesem Fall könnte er den Parteivorsitz wohl behalten.  cd

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