landkreis Mühldorf

Wälder in ihrer Substanz erhalten

von Redaktion

Mühldorf – Auf der Sitzung des Planungsausschusses beschlossen die Mitglieder einstimmig die Fortschreibung des Regionalplans für die Land- und Forstwirtschaft. Dem Gremium gehören rund 25 Vertreter der Gemeinden und öffentlichen Körperschaften aus den Landkreisen Mühldorf, Altötting, Traunstein, Rosenheim und Berchtesgadener Land an.

Im Wesentlichen enthielt das von der Regierung von Oberbayern dem Gremium anfangs der Woche präsentierte Konzept die Bekräftigung, dass die größeren zusammenhängenden Waldgebiete in der Region weiterhin als sogenannte Bannwälder deklariert bleiben. Dies betrifft das Mühldorfer Hart, das Garchinger Hart sowie den aus den vier Teilstücken bestehenden Altöttinger/Alzgerner/Holzfelder und Daxenthaler Forst zwischen Altötting und Burghausen. Auch der Almbezirk Samerberg wurde konkret genannt. Im Planungsausschuss besteht breiter Konsens darüber, dass die genannten Gebiete besonders schützenswert sind. Eine Diskussion entbrannte lediglich darüber, wie breit geplante Nutzwege in den genannten Gebieten sein dürften. Denn nach der gesetzlichen Maßgabe für Bannwälder dürfen die Wege dort nicht breiter als dreieinhalb Meter geplant werden, um die Wälder vor „Zerschneidungen zu bewahren“, wie es in der Landesentwicklungsplanung aus dem Jahr 2013 heißt. Konkret heißt es nun, dass die „Wegeerschließung auf forstwirtschaftliche Erforderlichkeit beschränkt“ werden muss. Aufgrund solcher Bestimmungen sei es insbesondere bei den Almen schwierig, moderne Gerätschaften zum Einsatz zu bringen, erklärte Bürgermeister Hubert Wildgruber aus Oberaudorf. Infolgedessen würde es immer schwieriger, Menschen zu finden, welche die Almen überhaupt bewirtschaften wollen. „Ich kann mir das gut vorstellen, dass das Probleme gibt, wenn man mit den Maschinen nicht einmal wenden kann“, erklärte der stellvertretende Mühldorfer Landrat Alfred Lantenhammer nach der Sitzung. Dennoch wurde die Fortschreibung des Kapitels über die Land- und Forstwirtschaft im Anschluss an die Diskussion einstimmig beschlossen. In den Landesentwicklungsplan wird zudem ein Leitbild eingefügt, das familiengeführten landwirtschaftlichen Betrieben den Rücken stärken soll. Wie Regionalplanerin Johanna Kirsch von der Regierung von Oberbayern ausführte, sollen hierzu beispielsweise die ökologische Landwirtschaft, der Anbau von Sonderkulturen und alternative Anbaumethoden noch mehr gefördert werden. Auch regionale Wirtschaftskreisläufe, wie die Bauernmärkte, sollen nach dem Plan nun bei Bedarf Unterstützung von der Regierung bekommen. Die Regierung will auch familiengeführten Betrieben künftig mehr Unterstützung zukommen lassen, wenn sie sich mehrere Standbeine schaffen wollen. „Falls beispielsweise die Förderung für Biogasanlagen einmal auslaufen sollte, wäre es gut, wenn die Landwirte auch anderweitig abgesichert sind“, sagte Geschäftsführerin Christine Hauz vom regionalen Planungsverband. Abgesegnet wurde auf der Sitzung auch der Planungshaushalt für 2018. Dieser umfasst rund 214.000 Euro, wobei das Land Bayern mit knapp 130 000 Euro den Löwenanteil stemmt. Der Restbetrag wird von den Mitgliedern des Planungsverbandes getragen. Größter Haushaltsposten ist mit 111 000 Euro auch im kommenden Jahr wieder die Erstellung eines regionalen Energiekonzeptes. Schon seit 2015 werden hier Gutachten und Machbarkeitsstudien zusammengetragen, angefangen bei der Windkraft über Geothermie bis hin zu dezentralen Konzepten, wie Biogasanlagen.

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