Ernüchternde G20-Bilanz

von Redaktion

Hilfswerke: Deutsche Präsidentschaft nur mittelprächtig

Berlin – Zum Ende der deutschen G20-Präsidentschaft ziehen Entwicklungsorganisationen eine an vielen Stellen ernüchterte Bilanz – und setzen auf die kommende G20-Präsidentschaft Argentiniens. Deutschland übergibt den Vorsitz der 20 wichtigsten Industrienationen morgen an das lateinamerikanische Land.

„Verglichen mit den globalen Herausforderungen bei der Schaffung sozialer Gerechtigkeit, beim Umwelt- und Klimaschutz, bei der Gestaltung gerechter Handelsbeziehungen und einer soliden Finanzarchitektur sind die Gipfelergebnisse mehr als bescheiden“, sagte der Vorstand des Entwicklungsdachverbands Venro und Misereor-Mitarbeiter Bernd Bornhorst in Berlin.

Die „Compacts with Afrika“ förderten Investitionen in Großprojekte und seien eher für die deutsche Wirtschaft als für kleine und mittlere afrikanische Unternehmen von Nutzen. Bei der Bekämpfung von Steueroasen blieben die G20 enttäuschend passiv, beklagte Bornhorst. Und trotz eines Einbindens der Zivilgesellschaft vermisse er ein Eintreten der wichtigsten Industrienationen für die Handlungsfreiheit der Zivilgesellschaft. „Hierzu erwarten wir deutliche Signale der argentinischen Präsidentschaft“, sagte der Venro-Vorstand.

Die Präsidentin von Brot für die Welt, Cornelia Füllkrug-Weitzel, verwies darauf, dass die G20-Politik zwar ein starkes, nachhaltiges und inklusives Wachstum betone, es dabei jedoch unklar bleibe, wie beschlossene Wachstumsfördermaßnahmen die weltweite soziale Ungleichheit und Armut verringern sollten.

Artikel 1 von 11