Waldkraiburg/Aschau – Sie hätten so viel zu tun in der Seelsorge, und werden „aufgefressen“ von Verwaltungsaufgaben, im Personalwesen, bei Bausachen und vielem mehr. Neue Verwaltungsleiter sollen künftig die Pfarrer von diesen Aufgaben entlasten. In den Pfarrverbänden Waldkraiburg und Aschau hat Sabine Sedlmaier grade ihre neue Stelle angetreten. Seit Mitte Oktober ist die 45-jährige Betriebswirtin dabei, sich in die neue Aufgabe einzuarbeiten. Sie gehört zu der neuen Generation der Verwaltungsleiter, die nicht mehr im Pfarrverband, sondern im Ordinariat in München angestellt sind. Und die vor allem weitgehende Kompetenzen haben. Die neuen Verwaltungsleiter sind unterschriftsberechtigt und können den Pfarrer in Kirchenverwaltungs- und Haushaltsverbundsitzungen vertreten. Bisher war das anders. Fritz Köhler, der seit 2002 dem ehemaligen Pfarrverbandsleiter Pfarrer Garmaier bei der Verwaltung der Kindertageseinrichtungen und der Kirchenstiftungen im Pfarrverband den Rücken freihielt, hat die Kirchenverwaltungssitzungen zwar vorbereitet, auch durch den Abend geführt. Doch er durfte nicht abstimmen und nicht unterschreiben. Durch Sitzungen und viele Routineaufgaben war der Pfarrer deshalb noch immer im Verwaltungsbereich gefordert. Pater Stiegler erinnert sich ungern daran, dass er von Büro zu Büro unterwegs war, um Rechnungen zu unterschreiben. Das wird sich künftig ändern. Fritz Köhler wird zum 1. Januar der erste Leiter des neuen Kindertageseinrichtungsverbunds Aschau-Kraiburg-Waldkraiburg mit insgesamt sechs Kitas und etwa 135 Mitarbeiterinnen. Seine Aufgaben im Bereich der Kirchenstiftungen gibt er ab. Sie fallen künftig in die Zuständigkeit der neuen Verwaltungsleiterin, die 20 Stunden pro Woche für Waldkraiburg tätig ist, sechs Stunden für Aschau. Bernhard Stiegler, der als Pfarradministrator beide Pfarrverbände leitet, freut sich drüber. „Wir haben lange drum gekämpt.“ Er sei sehr froh darüber, nun Freiräume und Ressourcen für die Seelsorge zu bekommen, sagt Stiegler. Das Pfarrerbild verändere sich dadurch, mancher mag damit nicht zurecht kommen. Doch die Befürchtung, die Pfarrer könnten durch diese organisatorischen Veränderungen Macht verlieren, schreckt ihn nicht. Im Gegenteil: „Der Pfarrer ist nicht der Beherrscher der Gemeinde, sondern ihr Diener.“ Es komme darauf an, das Seelsorgerprofil zu stärken. Das Profil des Verwaltungsleiters wird sich noch herauskristallisieren müssen, meint der Salesianerpater. In der Praxis sei da im Detail noch manches zu klären. „Da ist sicher Sensibilität gefragt.“ Dieser Prozess wird von der Diözese begleitet, und die Voraussetzungen in Waldkraiburg sind gut. Man kennt sich, man schätzt sich aus Waldwinkel. Im Berufsbildungswerk des Salesianerordens hat Sabine Sedlmaier, die zuvor bei der Vereins-, beziehungsweise HypoVereinsbank tätig war, als Ausbildungsleiterin gearbeitet, die BBW-eigenen Betriebe betreut und neue Ausbildungsmodelle und -berufe entwickelt. Finanzvollmacht, Vertretungsvollmacht – Sabine Sedl-maier will sich da eng mit Pater Stiegler abstimmen. „Das war in der Vergangenheit so, das machen wir in Zukunft auch so.“ Sie freue sich auf die neuen Herausforderungen, sagt sie, auf die Zusammenarbeit mit dem „guten Team“ im Pfarrbüro und mit den Ehrenamtlichen in den Gremien. Sie trägt Personalverantwortung für 30 Mitarbeiter, viele davon in Teilzeit Und auch das wird zu ihren Aufgaben gehören: Organisationsabläufe zu verbessern, Arbeitsprozesse effizienter zu machen, neue Instrumente der Personalführung einzuführen. Im neuen Jahr geht es dann an die Erstellung ihres ersten Haushalts. Auch da kann sie auf den großen Erfahrungsschatz von Fritz Köhler bauen. Der 61-Jährige arbeitet ja nur wenige Türen weiter. Und die Chemie scheint zu stimmen.