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Sportplatz bleibt Reizthema

von Redaktion

Ramerberg – Hoch ging es her bei der Ramerberger Bürgerversammlung im übervoll besetzten Saal des Gasthauses Esterer. Viele Reizthemen standen auf dem Programm, die Meinungen von Bürgern und Bürgermeister prallten oft recht ungebremst aufeinander. Auf der Agenda ganz oben stand der Bau eines neuen Sportplatzes für den SV Ramerberg in Zellerreit. Nach einer teilweise sehr emotionalen Debatte bat Bürgermeister Georg Gäch die Gemeindebürger: „Uns geht es vergleichsweise so was von gut! Setzt das nicht aufs Spiel und geht vernünftig und fair miteinander um!“ Nicht wenige Zellerreiter Anlieger fürchten ein enormes Verkehrsaufkommen, wenn die geplanten Sportplätze am Ortsende von Zellerreit, Richtung Graben, realisiert werden. Sie machten ihrem Unmut Luft, dass die Planungen an den Bürgern vorbei vorgenommen worden seien und anscheinend schon ein komplettes Konzept vorliege. Über welche Straßen werde der Zielverkehr zum künftigen Sportplatz fließen, sei denn die Straße nach Graben breit genug, könne man den Verkehrsfluss leiten? Die Vorschläge reichten von der Gründung einer Bürgerinitiative gegen das „Waldstadion“ Zellerreit über die Empörung darüber, dass sich der Ramerberger SV in Zellerreit breitmache – bis hin zu dem Ruf auch mal einer positiven Stimme. Eine Rednerin würde es bedauern, wenn man die Fußballplätze aus Ramerberg verlege, weil die Sportanlage doch für jede Menge Leben im Ort sorge. Bürgermeister Georg Gäch berichtete von den jahrelangen äußerst zähen Verhandlungen, überhaupt ein Gelände für den Bau der dringend benötigten Fußballplätze zu finden. Nachdem sich die Familie Esterer bereit gefunden hatte, ihren Grund gegenüber der Anlage der Tennisplätze und der Stockschützen zur Verfügung zu stellen, begann man mit der Planung auf Grundlage des Bedarfs des SV Ramerberg. „Was wir bisher gemacht haben“, stellte Georg Gäch dar, „ist die Erstellung einer absolut unverbindlichen Bedarfsplanung auf einem Gelände, wo ein Sportplatzbau überhaupt denkbar wäre. Ob das Projekt an dieser Stelle denn auch verwirklicht werden kann, ist eine völlig andere und auch eine völlig offene Frage!“ Und zwar deshalb, so Gäch, weil das Landratsamt Rosenheim sich erst einmal Klarheit darüber verschaffen müsse, ob die Straßen geeignet sind, den zu erwartenden Verkehr aufzunehmen. Auch müssen der WSV Zellerreit, der SV Ramerberg und die Stockschützen eine Art „Betriebsbeschreibung“ erstellen, damit sich das Landratsamt über den zu erwartenden Verkehr Klarheit verschaffen könne. Bis Mitte 2018 werden schließlich eine Umweltverträglichkeitsprüfung und ein Emissionsgutachten erstellt: „Und dann erst wird entschieden, ob der Sportplatzbau an dieser Stelle überhaupt genehmigungsfähig ist“, berichtete Gäch. Vorher könne man noch überhaupt keine Feststellungen treffen – und man könne auch keinem Autofahrer vorschreiben, welche Zufahrtsstraßen er zum Erreichen seines Ziels zu benutzen habe – die Straßen seien allesamt öffentlich, so Gäch. Zum weiteren Verfahren merkte Gäch an, dass erst nach einer positiven Bewertung der jetzt zu erstellenden Gutachten Mitte 2018 ein konkreter Bebauungsplan aufgestellt werde, der als eine Art konkrete Absichtserklärung aufzufassen sei. Dazu haben dann die Bürger, Ämter und Träger öffentlicher Belange ausreichend Zeit, Stellung zu nehmen. Seien schließlich alle Bedenken geschlichtet, dann erst werde der Bebauungsplan im einem eigenen, nachgeschalteten Verfahren rechtswirksam. Schließlich machte der Bürgermeister den Vorschlag, sich mit allen betroffenen und interessierten Bürgern in den nächsten Monaten zusammenzusetzen und das weitere Vorgehen zu besprechen.

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