chiemgau

Konzept für Restaurierung

von Redaktion

Bernau – Versteckt hinter einer Wirtschaft und einem Bauernhof liegt in dem kleinen Ort Weisham unterhalb von Hittenkirchen ein Kleinod, das selbst vielen Einheimischen unbekannt ist. Vor genau 85 Jahren – von 1932 bis 1933 – errichtete dort der in Weisham lebende und unterrichtende Maler Wilhelm Georg Maxon (1894 bis 1971) eine kleine, mit Schindeln bedeckte Rundkapelle, die in keinem Kunstführer erscheint. Die Lourdesmadonna in der Vorhalle, die von der Maxon-Schülerin und ebenfalls in Weisham wohnenden Künstlerin Marianne Lüdicke stammt, und der Freskenzyklus im Innenraum sind in einem eher bedauerlichen Zustand. Vor einigen Wochen war auf Initiative des Weishamers Jakob Thalmayr, Vergoldermeister und Lehrkraft an der Meisterschule für das Vergolderhandwerk in München, ein Kontakt zu dem Weiterbildungskurs „Restaurator im Kirchenmalerhandwerk“ zustande gekommen. In diesem Kurs müssen die Teilnehmer eine Projektarbeit über ein Bauwerk abliefern. Mit Unterstützung des freiberuflichen Restaurators und Dozenten Edgar Hartmann aus Fürth und dem Bauchemiker Dr. Horst Schuh aus München konnten die jungen Handwerksmeister im Laufe der vergangenen Woche ihre Kenntnisse in Bestandsdokumentation und Schadenskartierung praktisch vor Ort anwenden. Mit vielen Fotos und berührungsfreien Untersuchungen der Farbschichten zum Beispiel mit der Fragestellung, warum sich die Farben in der ansonsten trockenen Kapelle verändert haben, fuhren sie nach drei Tagen voller Arbeit wieder nach München zurück. Bernaus Bürgermeister Philipp Bernhofer und Kulturreferentin Michaela Leidel statteten dabei den Kursteilnehmern einen Besuch ab und informierten sich ausführlich über die anfallenden Tätigkeiten, nachdem die Gemeinde offizieller Besitzer dieses Kleinodes ist. Da sich in zwei Jahren, genauer gesagt am 3. Juli 2019, der Geburtstag des Kunstmalers, Gründers des Kulturkreises Chiemgau und Initiators der ersten deutschen Kunstausstellung nach dem Zweiten Weltkrieg in Prien, zum 125. Mal jährt, könnte auch die Kapelle in diesem Zusammenhang eventuell einer Restaurierung unterzogen werden. Als Ergebnis der oben genannten Projektarbeit entsteht eine Dokumentation in Wort, Bild und Zeichnung nach den Vorgaben des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, das auch ein Restaurierungskonzept enthält und der Gemeinde zur Verfügung gestellt wird. Unterkunft und Verpflegung der angehenden Restauratoren vor Ort wurden aus dem Kulturetat der „Stiftung Bernau“ bezuschusst.

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