Berlin – Der SPD-Bundesparteitag hält eine Große Koalition mit der Union offen. Ein Antrag der Jungsozialisten (Jusos), eine neue GroKo kategorisch auszuschließen, bekam am Donnerstag beim Parteitag in Berlin keine Mehrheit.
Zuvor hatte der SPD-Vorsitzende Martin Schulz seine Partei eindrücklich aufgerufen, Gesprächen mit der Union über eine Regierungsbildung zuzustimmen. „Wir müssen nicht um jeden Preis regieren. Aber wir dürfen auch nicht um jeden Preis nicht regieren wollen“, sagte der 61-Jährige in seiner gut einstündigen Rede. In der anschließenden Debatte schlug ihm massiver Widerstand entgegen.
Die Jungsozialisten halten ein Regierungsbündnis mit der Union für „politischen Selbstmord“ und warnen vor einer „Verzwergung“ der SPD. „Wir haben ein Interesse daran, dass hier noch was übrig bleibt von diesem Laden, verdammt noch mal“, sagte Juso-Chef Kevin Kühnert. „Die Erneuerung der SPD wird außerhalb der Koalition sein, oder sie wird nicht sein.“
Die Gespräche mit CDU und CSU öffnen nun drei Optionen: eine neue große Koalition, Tolerierung einer Minderheitsregierung oder Neuwahlen.