Bewegung an der Spitze

von Redaktion

Habeck und Baerbock wollen Parteivorsitzende werden

Berlin – Drei Wochen nach dem Ende der Jamaika-Gespräche kommt bei den Grünen Bewegung in die Personaldebatte: Die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock will Parteichefin werden. Sie wolle beim Bundesparteitag im Januar antreten, sagte die 36-Jährige. Die Klima- und Europa-Expertin hat für die Grünen mit Union und FDP sondiert und ist schon länger als Kandidatin im Gespräch. Cem Özdemir, der bundesweit beliebteste Grüne, will den Parteivorsitz nach neun Jahren abgeben. Co-Chefin Simone Peter möchte im Amt bleiben.

Den Grünen-Vorsitz teilen sich ein Mann und eine Frau, die normalerweise beide Parteiflügel vertreten – den realpolitischen und den linken. Diese Regelung könnte Baerbock mit ihrer Kandidatur in Frage stellen. Sollte sich, wie angekündigt, der schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck auf den Parteivorsitz bewerben, der dem Realo-Flügel zugerechnet wird, würde normalerweise eine linksgrüne Frau an die Spitze gewählt – Baerbock ist aber auch „Reala“.

Habecks Wahl gilt als wahrscheinlich. Özdemir und andere Grünen-Promis haben sich für den 48-Jährigen ausgesprochen, den die Basis bereits um ein Haar zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl gewählt hätte. Der gebürtige Lübecker kündigte am Wochenende an, im Fall seiner Wahl das Ministeramt in Schleswig-Holstein mittelfristig – innerhalb eines Jahres – abzugeben. Parallel geht das Rätselraten um Özdemirs Zukunft weiter. Er gilt als möglicher künftiger Ministerpräsident in Baden-Württemberg.

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