München – Der Zusammenhalt der Deutschen ist gut – aber gefährdet. Das geht aus einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung hervor. 68 Prozent der Befragten geben an, den Zusammenhalt im persönlichen Umfeld als gut oder sehr gut zu empfinden. Spitzenreiter ist das Saarland mit 81 Prozent, vor Rheinland-Pfalz (79 Prozent). Bayern landet mit 77 Prozent auf dem dritten Platz. Hamburg ist mit 52 Prozent das Schlusslicht.
Mit Blick auf das gesamte Land antworteten die Teilnehmer jedoch anders. Drei von vier Befragten sind der Auffassung, dass der Zusammenhalt in Deutschland zumindest zum Teil gefährdet ist. Der Wohnort ist dabei ausschlaggebend. In Ostdeutschland ist im Vergleich zu Westdeutschland der Zusammenhalt geringer. „Das hängt maßgeblich von sozialen und wirtschaftlichen Faktoren ab“, sagt Kai Unzicker von der Bertelsmann-Stiftung. Wenn der Wohlstand in Zukunft sinke, könnte das gesellschaftliche Miteinander im Westen bröckeln.
Bayern konnte vor allem bei der Anerkennung sozialer Regeln punkten. Mit 82,16 Punkten (von 100) setzte sich der Freistaat an die Spitze des Landes. Berlin hingegen ist mit 69,73 Punkten das Schlusslicht in dieser Kategorie. Beim Thema Gerechtigkeit gab es von den Bayern die schlechtesten Noten. „Dafür sind zum Beispiel die hohen Mieten in München ausschlaggebend“, sagt Kai Unzicker.
Ein Fazit der Studie: Für einen starken Zusammenhalt sind vor allem intakte soziale Netze, Vertrauen der Menschen untereinander und eine große Identifikation mit dem Gemeinwesen ausschlaggebend. Auch hier punktet Bayern und liegt über dem Bundesdurchschnitt. Für die Studie wurden von Januar bis März 5041 Menschen ab 16 Jahren befragt. ch