Wasserburg – So dunkel der Eingang zum Bürgerbüro im Rathaus war, so hell ist er jetzt mit dem Eingang von der Herrengassse her. Und er ist barrierefrei, keine Treppen, keine Rampe mehr. Bürgermeister Michael Kölbl freute sich bei der Einweihung des komplett umgestalteten, modernen Bürgerbüros, dass es gleich seinem Namen alle Ehre mache: „Bürger sind da, die noch einen Pass holen, Stadträte, Handwerker und die Nachbarn von der Sparkasse“. Es hatte eine Weile gedauert, bis man den endgültigen Plan für das rundumerneuerte Bürgerbüro hatte, „Entwurf Nummer 14 oder 15 war es dann, dabei hatte jeder noch Buchstaben a, b und c“, beschrieb Kölbl die lange Suche nach dem richtigen Entwurf. Das Bauamt übernahm dann unter maßgeblicher Leitung von Roy Tinter das Projekt, bei dem Handwerker aus der Region mitarbeiteten, da dafür eine regionale Ausschreibung möglich war. Im Mai begannen die Abbrucharbeiten, die Mitarbeiter zogen in den ersten Stock, seien, so der Bürgermeister eng aufeinandergehockt und auch für die Kunden sei die Zeit nicht einfach gewesen. Aber: „Alle haben alles mit Geduld ertragen, ich habe keine Beschwerden gehört“. Überraschungen beim Bau gab es dann allerdings einige. Dass es im Raum feucht war, wusste man, dass dann aber eine neue Grundleitung komplett neu verlegt werden musste, war eine der Überraschungen. Dass man im Bereich des Eingangs einen Gewölbekeller entdeckte, von dem niemand etwas wusste, war die nächste – er ist wieder überbaut. Und so nebenbei entdeckte man auch noch einen kleinen Lastaufzug. Mitgearbeitet haben auch Mitarbeiter des Bauhofes, am Ende waren die Kosten mit 200 000 Euro ein bisschen höher als gedacht, „aber wir haben jetzt ein offenes, freundliches Bürgerbüro und gleichzeitig ist die Diskretion gewahrt“. Letzteres war bei den Diskussionen bei der Planung ein wichtiger Punkt. Der Bürgermeister wünschte sich jetzt, dass die Funktionalität im Bürgerbüro gewährleistet ist, mögliche Nachbesserungen, sollte es bei der Raumakustik Probleme geben, werde es eine Lösung geben. Auf eine Besonderheit der ganz anderen Art des Wasserburger Bürobüros wies er zum Schluss auch noch hin: Es hat, was wahrscheinlich kein anderes Bürgerbüro hat, nämlich einen zugänglichen Safe, der dort blieb, nachdem die Sparkasse ausgezogen war. Zwei kleine Räume sind hinter der dicken, unsagbar schweren Tür, die die Mitarbeiter mit einem komplizierten Code täglich öffneten und schlossen. Hinter der dicken Tür sind auch noch immer die alten Bank-Schließfächer, 100 Stück, jedes Fach mit zwei Schlüsseln zu öffnen und zu schließen, mit einem Universalschlüssel und einem der 100 Schlüssel für jedes einzelne Fach. Dritter Bürgermeister Otto Zwiefelhofer erinnerte sich gut an die Zeiten, als er als Lehrling bei der Sparkasse eben für diese Schließfächer zuständig war. Die dicke Tür zu den kleinen Räumen muss jetzt nicht mehr täglich ein paar Mal nach rechts, dann nach links gedreht werden, bis sie aufgeht. Für Dokumente und alles, was sicher verschlossen aufbewahrt werden muss, gibt es in dem alten großen Tresorraum nun einen neuen, nicht raumgroßen Tresor.