Mangfalltal

Entscheidungen stehen noch aus

von Redaktion

Bad Feilnbach – Ausgehend vom bisherigen Werdegang (wir berichteten) nannte Projektbetreuer Martin Birgel vom Büro Dragomir aus München vier Eckpunkte für die anstehenden Entscheidungen: Zum einen soll der Neubau an der Ecke Kufsteiner Straße/Parkdeck dreigeschossig werden und den Dorfplatz abschließen. Die Sanierung des jetzigen Rathauses soll erst nach dem Neubau begonnen werden, um die Kosten auf mehrere Jahre zu verteilen. Außerdem sollen beide Gebäude barrierefrei ausgestaltet werden. Und schließlich sollen die Nutzungen im Neubau austauschbar sein.

Architekt Jörg Blaesig aus Bad Aibling ging anschließend auf die von ihm ermittelten Schätzkosten für die näher untersuchten drei Varianten ein. Für einen dreigeschossigen Neubau mit 1200 Quadratmetern Bruttogeschossfläche müsse mit Nettogesamtkosten von 5,1 bis 6,3 Millionen Euro (entspricht brutto 6,1 bis 7,5 Millionen Euro) gerechnet werden. Beim bestehenden Rathaus sind laut Planer für eine minimale, nur energetische Bestandssanierung zwischen 2,5 und 3,4 Millionen Euro netto (brutto drei bis vier Millionen Euro) aufzuwenden. Die Gesamtkosten für eine komplette Sanierung des Bestandes wurden vom Architekten mit einer Summe von 4,2 und 5,4 Millionen Euro netto (brutto fünf bis 6,4 Millionen Euro) beziffert.

Für eine schnellstmögliche Realisierung eines Neubaus sprach sich Christian Eder (FW) aus. Zusammen mit der Kirche und dem im Bau befindlichen Supermarkt sei der Neubau erforderlich, um die Ortsmitte als Einheit abzuschließen. Die Rathaussanierung eile dagegen nicht, weil der Neubau ausreichende Reserven für alle Nutzungen vorhalte. Verwaltung wird im alten Rathaus bleiben

Eders Fraktionskollege Rupert Weingast stellte daraufhin die Frage, ob das alte Rathaus dann überhaupt noch gebraucht werde. Bürgermeister Hans Hofer (FW) verwies darauf, dass es der erklärte Wille des Gemeinderats sei, den Neubau im Wesentlichen für die touristischen Einrichtungen und den Sitzungssaal zu nutzen und die Verwaltung im bisherigen Rathaus zu belassen. Martin Birgel erläuterte, dass die in der vergangenen Sitzung besprochenen Varianten für Rathaus und Neubau vom Raumbedarf her relativ großzügig bemessen waren und daher auch Kosten in der Größenordnung bis zu zwölf Millionen Euro erfordert hätten. Den heute vorgestellten Vorschlägen lägen dagegen der tatsächlich benötigte Raumbedarf mit entsprechend niedrigeren Kosten zugrunde. Für die im Neubau angedachten Nutzungen würde ein eingeschossiges Gebäude ausreichen. Das angedachte dreistöckige Gebäude könne dagegen sowohl Kur- und Gästeinformation als auch die Verwaltung aufnehmen. Für das alte Rathaus könnten dann alternative Nutzungen wie Wohnungen überlegt werden.

Die vom Projektbetreuer in diesem Zusammenhang aufgeworfene Frage, wie viele Raumreserven sich die Gemeinde leisten wolle, wurde im Laufe der Sitzung nicht abschließend geklärt. Während Christian Eder zusätzliche Räume im Hinblick auf ein stimmiges Ortsbild befürwortete, äußerten Martin Huber und Sepp Rauscher (beide CSU) Bedenken dagegen. „Ich bekomme Bauchweh, wenn wir in jeder Sitzung zwei Millionen Euro hinaushauen. Im Übrigen sind die künftigen Nutzungen noch in keinster Weise festgelegt“, sagte Rauscher.

Huber sprach sich gegen die Schaffung von bloßem Luftraum aus und könnte sich vorstellen, den Neubau auf den aktuellen Flächenbedarf zu begrenzen. Dritter Bürgermeister Sebastian Obermaier (CSU) plädierte dafür, sich zunächst auf den Neubau zu konzentrieren, die Arbeiten am Dorfplatz abzuschließen und für das bestehende Rathaus momentan keine Gelder mehr auszugeben. Den finanziellen Aspekt beleuchtete auch die Gemeindekämmerin Inna Schäfer. Sie machte deutlich, dass – sollte der Gemeinderat den Neubau für die Gästeinformation und das alte Rathaus für die Verwaltung vorsehen – es nicht mit fünf Millionen Neubaukosten getan sei. Vielmehr müsse das alte Rathaus dann noch dem Bedarf der Verwaltung entsprechend umgebaut werden. Von den Kosten her könnte es Schäfer zufolge auch überlegenswert sein, den Neubau für die Verwaltung zu nutzen und die Kur- und Gästeinformation im jetzigen Rathaus zu belassen. Dafür – so Berater Birgel anknüpfend – sei es wichtig, Klarheit über mögliche staatliche Förderungen zu erhalten. Per einstimmigem Beschluss nahm der Gemeinderat die Informationen samt Grobkostenschätzung zur Kenntnis. Die weiteren Entscheidungen werden nach Klärung der Fördermöglichkeiten in der Sitzung am 25. Januar angestrebt.

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