Wasserburg – Passend zum Jahreswechsel bringt das Theater Wasserburg Peter Shaffers Boulevardstück „Komödie im Dunkeln“ auf die Bühne. Ensemble, Regie und eine präzise Beleuchtungstechnik zeigten sich am Premierenabend von ihrer besten Seite und sorgten für eine kurzweilige Unterhaltung, die keine Wünsche offen ließ.
Peter Shaffer (1926 bis 2016) verfasste 18 Theaterstücke. Neben „Amadeus“, für dessen Drehbuch der Dramatiker zu Oscar-Ehren kam, zählt die „Komödie im Dunkeln“ aus dem Jahr 1965 zu seinen bekanntesten Werken. Das Lustspiel machte den Briten auch international bekannt.
Ähnlichkeiten mit der Situationskomik anderer bekannter Boulevardkomödien sind bei der „Komödie im Dunkeln“ kaum auszuschließen. Peter Shaffer allerdings bediente sich eines kleinen, aber nicht weniger effektvollen Tricks. Er kehrte hell und dunkel auf der Bühne ganz einfach um.
Uwe Bertram inszenierte den vergnüglichen Stromausfall mit seinen durchaus recht anspruchsvollen Lichteffekten. Die Akteure stolperten ganzen Abend durch die vermeintliche Finsternis. Das Publikum hingegen sat alles, weil die Bühne meist hell erleuchtet war. Nur wenn hin und wieder Colonel Melketts Feuerzeug aufflammte, wurde es für wenige Augenblicke so düster wie es bei schwachem Lichtschein zu erwarten ist. Brindsley Miller und seine Gäste sahen also an diesem Abend so gut wie nichts, was dem grandiosen Spiel der Akteure zusätzlichen Esprit verlieh.
Nik Mayr und Ann-Sophie Ludwig spielten mit Witz und Charme Brindsley Miller und Carol Melkett. Heiko Dietz glänzte als Colonel, ein Haudegen, der für sein Pummelchen, wie er seine hochgewachsene und gertenschlanke Tochter stets nannte, nur das Beste wollte. Susan Hecker überzeugte als Miss Furnival. Hilma Henjes spielte Harold, der seinerseits ein Auge auf Brindsley geworfen hatte. Perfektioniert wurde das Chaos aber erst durch Regina Alma Semmler, die als Ex-Freundin Clea, alle möglichen Reize aufbot, um Brindsley wieder zurückzuerobern.
Eigentlich schien das schauspielerische Unterhaltungspotenzial längst ausgereizt. Doch mit Auftauchen von Frank Piotraschke als Schupanski vom Elektrizitätswerk und Mike Sobotka als Millionär und Kunstmäzen erfuhr das Stück zur Erheiterung des Publikums nochmals eine Steigerung, auch wenn die geplante Verlobung zwischen Brindsley und Carol eine unerwartete Wendung nahm.