Rakete auf Riad abgefangen

von Redaktion

Sorge vor Eskalation des Bürgerkriegs im Jemen wächst

Riad – Die saudiarabische Armee hat erneut eine aus dem Jemen abgefeuerte Rakete abgefangen. Die Rakete sei im Anflug auf die Hauptstadt Riad zerstört worden, teilte das Informationsministerium am Dienstag in Riad mit. Es beschuldigte den Iran sowie die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen, hinter dem Angriff zu stecken. Opfer habe es nicht gegeben.

Die schiitischen Huthi-Rebellen bestätigten den Raketenabschuss und erklärten, der Angriff habe der offiziellen Residenz des saudiarabische Königs Salman, dem Jamamah-Palast, gegolten. Dort sollte am Nachmittag der Haushaltsentwurf für 2018 vorgestellt werden.

Der Vorfall ließ Sorgen vor einer weiteren Eskalation des Bürgerkriegs im Jemen wachsen, hinter dem auch ein Stellvertreterkonflikt der rivalisierenden Regionalmächte Iran und Saudi-Arabien steht. Bereits am 4. November hatten die Huthi-Rebellen eine Rakete auf Riad abgefeuert, die vom saudiarabischen Militär abgefangen wurde. Danach hatte das von Saudi-Arabien angeführte und von den USA unterstützte internationale Militärbündnis eine Blockade gegen den Jemen verhängt. Ziel der Blockade war es nach saudiarabischen Angaben, iranische Waffenlieferungen an die Huthis zu unterbinden. Hilfsorganisationen beklagten allerdings, dass die Blockade die katastrophale humanitäre Situation im Jemen weiter verschlimmert habe.

Das Raketen-Abfangmanöver am Dienstag war für Augen- und Ohrenzeugen gut verfolgbar. Bewohner von Riad berichteten von einem Knall. Anschließend sei weißer Rauch zu sehen gewesen.

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