Bad Aibling – Der Brandschutz für das Willinger Schulhaus hat oberste Priorität und soll deswegen so bald wie möglich in Angriff genommen werden. Der Bauausschuss empfahl dem Stadtrat, jene Maßnahmen sofort umzusetzen, die jetzt in einer brandschutztechnischen Stellungnahme empfohlen wurden. Aus dem Schreiben des Büros „Leicht physics“ aus Bad Aibling geht hervor, dass das Gebäude unter anderem mit nicht brennbarer Außentreppe und ebensolchen Türöffnungen (statt Fenstern) in der Außenwand für Klassen- und Aufenthaltsräume nachgerüstet werden muss. Zudem wird ein Treppenraum mit feuerhemmenden Trennwänden im Obergeschoss sowie feuerhemmender Unterdecke erforderlich.
Eine Hausalarmanlage muss ebenfalls installiert werden. Als Problempunkt wurde ferner die bestehende Holzbalkendecke aufgeführt. Bei dieser kann die erforderliche Feuerwiderstandsfähigkeit nicht nachgewiesen werden. Die größten Posten bei den Kosten machen die Hausalarmtechnik für 36 000 Euro, die Außentreppe für 30 000 Euro und die Brandschutztüren aus.
Mit den in der Stellungnahme genannten Maßnahmen könne das „vorrangige Schutzziel der Personenrettung aus brandschutztechnischer Sicht gewährleistet“ und das Schulhaus weiter betrieben werden, heißt es in der Stellungnahme. Es wird jedoch auch darauf hingewiesen, dass bei einer längerfristigen Nutzung des Gebäudes kurz- bis mittelfristig weitere Kosten anfallen werden. „Eine ,normale´ Ertüchtigung des Gebäudes für circa 100 000 Euro war ohnehin schon geplant“, meinte Bürgermeister Felix Schwaller. Die Kosten für eine Generalsanierung hingegen würden auf rund eine Million Euro geschätzt. „Daher lautet der Vorschlag, jetzt das Notwendigste zu machen, um den Betrieb für sieben bis acht Jahre zu sichern. Später entscheidet der Stadtrat dann weiter.“
Um die aktuelle Investition komme man nicht herum, da die Schule ansonsten nicht betriebsbereit sei, betonte Stadtbaumeister Andreas Krämer. Die zum Zeitpunkt der Sitzung auf 130 000 Euro geschätzten Kosten sind allerdings mittlerweile auf 160 000 Euro korrigiert worden. Über die Maßnahme entscheidet der Stadtrat in seiner heutigen Sitzung um 18 Uhr im Rathaus. Bis dahin sollen auch die Unterlagen zum zweiten Teil des Antrags von SPD-Stadträtin Petra Keitz-Dimpflmeier vorliegen. Sie hatte, wie berichtet, gefordert, das Architekturbüro Obel (Planer für die St.-Georg-Grund- und Mittelschule) damit zu beauftragen, „herauszuarbeiten, was an Kostenersparnis möglich wäre, wenn unter Beibehaltung des Schulhauses in Willing das Raumprogramm der Schule St. Georg um die dann nicht erforderlichen Räume abgespeckt werden würde“.
Dieser Antrag stammte bereits aus dem Monat August dieses Jahres, weshalb Richard Lechner (SPD) wissen wollte, warum der besagte Punkt immer noch nicht beantwortet sei. „Das war eine Hausaufgabe, die Wolfgang Obel in kürzester Zeit hätte erledigen können – wenn man das an ihn weitergeleitet hätte. Wozu haben wir eine Geschäftsordnung, wenn Anträge nicht – wie darin vorgesehen – innerhalb von drei Monaten behandelt werden?“ Bürgermeister Felix Schwaller versicherte, dass Obel ohnehin unter Beibehalt des Willinger Schulhauses plane: „Ich habe klar gesagt, dass die Schule erhalten bleibt.“