landkreis Mühldorf

Kritik am Freistaat

von Redaktion

Mühldorf – Harsche Kritik an der Förderpraxis des Freistaats übte Bürgermeisterin Marianne Zollner beim Richtfest der Kinderkrippe am Ahamer Kreisel. Die Fördersätze gehen laut Zollner an der Wirklichkeit vorbei.

Als „Weihnachtsgeschenk“ bezeichnete Zollner das Richtfest, mit dem die Kinderkrippe nach nur drei Monaten Bauzeit winterfest wurde. Denn bis Herbst soll das neue Haus für 48 Kleinkinder bis drei Jahren fertig sein. Damit steigt die Zahl der Kinderkrippenplätze in Mühldorf laut Zollner auf 114. Für ältere Kinder stehen 595 Plätze in Kindergärten bereit.

Damit ist laut Zollner der Ausbau nicht abgeschlossen. Bis Herbst soll es noch mals zwischen 50 und 100 Plätzen mehr geben, unter anderem direkt neben der Krippe am Ahamer Kreisel. Den Kindergarten will die Stadt zunächst bauen und betreiben, der Kindergarten von St. Nikolaus – keine 200 Meter entfernt – soll ebenfalls noch einige Zeit weiterlaufen, der Bedarf sei da, betonte Zollner. In einem noch nicht feststehenden Zeitraum werde die Pfarrei dann ihren renovierungsbedürftigen Kindergarten schließen und Kindergarten und -krippe am Ahamer Kreisel übernehmen. Auch im Norden der Stadt werde gegenüber der gelpanten Hochschule zwei Betreuungseinrichtungen entstehen.

„Alles, was wir bauen, hat einen Sinn und wird auch gebraucht.“ Mühldorf zähle mit durchschnittlich 1,8 Kinder pro gebärfähiger Frau zu den Spitzenkommunen in Deutschland, laut Zollner liegt Mühldorf auf Platz drei. Zum Vergleich: deutschlandweit liegt die Zahl bei durchschnittlich 1,5 Kinder, in Bayern nur bei 1,48. In die Freude über das Richtfest mischte Zollner deutliche Kritik an der Staatsregierung, die mit ihren Fördersätzen weit unter den Bedürfnissen liege. So kostet die neue Krippe 2,7 Millionen Euro, die Förderung beträgt jedoch nur 1, 1Millionen Euro.

Laut Zollner gibt es für die Diskrepanz zwischen tatsächlichen Kosten und der Unterstützung mehrere Gründe: Zum einen sehen die Fördergrundlagen eine einfachere Gestaltung der Außenanlagen und Nebenflächen vor. Für Kinder sei es aber wichtig, dass sie draußen spielen könnten, breiter Flure dienten ebenfalls als Spielfläche oder für Veranstaltungen. Sie sprach von einem „Minimalprinzip“ bei der Förderung von Flächen.

Dazu komme, dass die Preise, die die Staatsregierung für die Baukosten ansetze, an der Realität vorbei gingen. „Für den Preis bekommt man nichts“, sagte Zollner. Ihr Fazit hat wenig mit weihnachtlicher Stimmung zu tun: „Wir sind nicht zufrieden mit dem Zuschuss des Freistaats.“ hon

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