Kolbermoor – Alles in Ordnung: Zu diesem Schluss kam Rechnungsprüfungsausschuss der Stadt Kolbermoor bei der Jahresrechnung 2016. Die Entlastung erfolgte in jüngster Sitzung des Stadtrates einstimmig. In sechs Sitzungen hatte sich der Rechnungsprüfungsausschuss, der sich aus Stadträten aller Fraktionen zusammensetzt, mit einzelnen Punkten der Jahresrechnung 2016 befasst. Ausschussvorsitzende Sabine Balletshofer (CSU) stellte in jüngster Sitzung des Stadtrates den Prüfungsbericht vor. Der schlussendlich vorgeschlagenen Entlastung und Feststellung der Jahresrechnung 2016 kam das Gremium einstimmig nach.
Ein Bereich, den der Ausschuss genauer unter die Lupe nahm: der Ausbau von Baier-, Zeppelin- und Luxstraße. „Wir wollten sehen, wie die Straßen ausgebaut wurden, ob dabei übertrieben wurde oder ob alles zweckmäßig ist“, erläuterte Balletshofer. Ihr Fazit: ein großes Lob an die Stadtverwaltung. Der Ausbau aller drei Anliegerstraßen sei sehr maßvoll und zweckmäßig erfolgt – „kein Luxus feststellbar“, so Balletshofer. Somit seien Kosten für die Anlieger, die durch die Anliegerbeiträge beteiligt wurden, eingespart worden. „Alles in allem eine perfekte Geschichte.“ Weiter interessierte sich der Ausschuss dafür, ob Manipulationsmöglichkeiten über die EDV an den Anmerkungen der „Rechnungsprüfer“ möglich wären – was nicht der Fall ist – und hakten zum Stand der Dinge bezüglich des Sicherheitskonzeptes der Stadt nach, das bis 2019 umgesetzt sein soll. Weiter beschäftigte sich das Gremium mit Stichproben im Steueramt – „alles bestens“ – und mit der Umsetzung zu verschiedenen Stadtratsbeschlüssen. Offene Fragen habe man dabei allesamt klären können, so Balletshofer.
Als unzureichend empfand der Ausschuss die Datenlage zur Fernwärmeversorgung des Rathauses, die über den kommunalen Energieversorger „Innergie“ abgewickelt wird. Die Wärme dazu entstammt der Abwärme aus dem benachbarten Wäschereibetrieb Stangelmayer. „Wir haben völlig unterschiedliche Zahlen erhalten, wie viel Energie im Rathaus ankommt“, bemängelte Balletshofer. Dies soll nun im Frühjahr mit einem Vertreter von „Innergie“ geklärt werden.
Unstimmigkeiten spürte der Ausschuss beim Thema Jugendtreff auf. Hier nahmen sich die Stadträte die Verträge mit dem Betreiber Diakonie Rosenheim/Jugendhilfe Oberbayern vor – und entdeckten, dass die Verwaltungskostenpauschale ohne Rücksprache von 7 auf 8,5 Prozent angehoben worden war. „Das ist natürlich alles andere als ok“, betonte Balletshofer. Zudem empfahl der Ausschuss, den Betreibervertrag mit der Diakonie, der noch aus den Anfängen der Kolbermoorer Jugendtreff-Zeit (auf dem ehemaligen Krankenhausgelände) stammt, zu aktualisieren. Überdies fordert der Ausschuss künftig eine detailliertere Abrechnung.
Als „sehr interessant“ empfand Balletshofer den Außentermin des Ausschusses im Jugendtreff, als man sich auch vor Ort informierte. „Ich war überrascht, in welch gutem Zustand sich die Räume befinden.“ Die Arbeit des Jugendtreffs an sich, auch in Zusammenarbeit mit der Jugendsozialarbeit an der Pauline-Thoma-Mittelschule, und das Engagement von Leiter Christian Spatzier bezeichnete sie als „vollen Erfolg“. Auch anfängliche Probleme mit der Nachbarschaft bei größeren Veranstaltungen hätten sich erledigt. Im gesamten Landkreis, führte Balletshofer aus, werde Kolbermoor um seinen Jugendtreff beneidet. „Es ist toll, dass wir dieses Geld investiert haben und auch, dass wir mit Herrn Spatzier einen Leiter haben, der die Einrichtung mit so viel Herzblut führt.“
Abschließend dankte die Ausschussvorsitzende der neuen Kämmerin Ingrid Proß-Kohlhofer für die gute Zusammenarbeit bei deren erster Rechnungsprüfung mit einem Blumenstrauß und lobenden Worten: „Sie sind eine gute Nachfolgerin für unseren Herrn Roith.“ Von Rosi Gantner